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Rotbraun und Gelb

Ident. Nr.: B 738

ObjID: obj:965624

1964 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Edith Galliner (1914 - 2000),
Künstler*in
Datierung
1964
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rotbraun und Gelb
Übersetzung: Red-Brown and Yellow
Abmessungen
Höhe x Breite: 120 x 95 cm
Erwerbung
1964 Schenkung von Dr. Oehlmann, Berlin, an das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

In London als Edith Goldschmidt in eine deutsch-jüdische Familie hineingeboren, wuchs Galliner in Hamburg und Berlin auf. Im Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kehrte sie nach England zurück. Sie studierte an Kunsthochschulen in London und absolvierte in Paris eine Lehre zur Silberschmiedin. Zunächst standen Keramiken und Schmiedearbeiten im Zentrum ihres Schaffens, bis sie sich ab den 1940er-Jahren verstärkt mit abstrakter Malerei auseinandersetzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte sie abwechselnd in Großbritannien und Deutschland und stellte in beiden Ländern aus. Zu ihren abstrakten Werken zählt auch das hochformatige Gemälde „Rotbraun und Gelb“. Die Ölmalerei ist durch eine Collage aus Pappen, Stoffteilen und Fäden ergänzt, die sich mit der Farbschicht überschneidet und diese durchdringt. Rostrot und Braunschwarz grundieren die obere und untere Hälfte des Bildes und bilden gleichsam einen dunklen, ruhigen Rahmen um das helle, energiegeladene Zentrum: Unregelmäßige, orangene Linien züngeln auf gelbem Grund; getropfte schwarze, dunkelgraue, rote und weiße Farbspuren bewegen sich vor heller Kulisse. Die unterschiedlichen Oberflächen und verschiedenen Bewegungen der Fäden verstärken die Dynamik zusätzlich. | Lisa Hackmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz