Selbstbildnis
Ident. Nr.: A II 397
ObjID: obj:965626
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1780
- Provenienz
- Karl Ernst Henrici, Großherzoglich Sächs. Hofkunsthändler, Berlin (84. Versteigerung),
11.6.1923 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 36,9 x 32,3 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965626
Objektbeschreibung
Von Anna Dorothea Therbusch sind mehrere Selbstporträts aus verschiedenen Lebensphasen überliefert, darunter einige Altersbildnisse. Ein besonders eindrückliches, ganzfiguriges, fast lebensgroßes Selbstporträt im weißen Atlaskleid mit Augenglas und Buch bewahrt die Berliner Gemäldegalerie. In einer kleineren Fassung präsentierte sich die Malerin unter dem Einfluss der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts in einem gemalten steinernen Fensterrahmen (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg). Beide Werke sind wohl im Todesjahr 1782 entstanden.
Unser Porträt einer älteren Dame im schwarzen Gewand und mit Monokel gilt ebenfalls als ein spätes, um 1780 entstandenes Selbstbildnis. Der fokussierende Blick durch das Augenglas, das die Malerin auf Grund ihrer altersbedingten Sehschwäche im Nahbereich nutzte, ist direkt zum Gegenüber gerichtet – eine Situation wie sie beim Studium des eigenen Konterfeis im Spiegel sowie bei der Übertragung des Gesehenen auf die Leinwand üblich, wenn nicht gar zwingend war. Andere Selbstporträts aus dieser Zeit mit einer Sehhilfe, etwa einer Brille, sind überliefert, beispielsweise von Jean Siméon Chardin (1775, Musée du Louvre, Paris), von Joshua Reynolds (1788, Royal Collection, London) oder von Anton Graff (1804, Nationalgalerie Berlin, A I 409).
1937 erwarb die Nationalgalerie eine weitere Version dieses Werkes, diesmal als Oval und bezeichnet mit „A. D. Therbusch. Peintre du roi. 1781“ (Eduard von der Heydt, National-Galerie. Die wichtigsten Erwerbungen in den Jahres 1933-1937, Berlin 1938, S. 10, Nr. 35). Dieses Selbstbildnis ging im Zweiten Weltkrieg verloren und befindet sich heute in der Eremitage in St. Petersburg. Möglicherweise handelt es sich hierbei sogar um die signierte Erstfassung und nicht, wie bisher angenommen, um eine Replik. Die in der Nationalgalerie vorhandene achteckige unsignierte Version könnte hingegen eine Wiederholung sein.
Unlängst wurde bezweifelt, dass unser Porträt ein Selbstbildnis ist, u.a. weil die blaue Farbe der Augen nicht den sonst in Graubraun dargestellten Augen der Malerin entspricht (Sarah Salomon, Anna Dorothea Therbusch. Die Malerin im Spiegel ihrer Selbstbildnisse, in: Anna Dorothea Therbusch in Berlin und Brandenburg, hg. v. Nuria Jetter, Petersberg 2024, S. 32-33, Kat. 32, S. 222). Wer aber sollte hier mit forschendem Blick durch ein Augenglas in zwei Fassungen dargestellt sein? Vermutlich am ehesten noch die Künstlerin selbst, die beim Malen konzentriert ihr Abbild studiert. | Birgit Verwiebe
Unser Porträt einer älteren Dame im schwarzen Gewand und mit Monokel gilt ebenfalls als ein spätes, um 1780 entstandenes Selbstbildnis. Der fokussierende Blick durch das Augenglas, das die Malerin auf Grund ihrer altersbedingten Sehschwäche im Nahbereich nutzte, ist direkt zum Gegenüber gerichtet – eine Situation wie sie beim Studium des eigenen Konterfeis im Spiegel sowie bei der Übertragung des Gesehenen auf die Leinwand üblich, wenn nicht gar zwingend war. Andere Selbstporträts aus dieser Zeit mit einer Sehhilfe, etwa einer Brille, sind überliefert, beispielsweise von Jean Siméon Chardin (1775, Musée du Louvre, Paris), von Joshua Reynolds (1788, Royal Collection, London) oder von Anton Graff (1804, Nationalgalerie Berlin, A I 409).
1937 erwarb die Nationalgalerie eine weitere Version dieses Werkes, diesmal als Oval und bezeichnet mit „A. D. Therbusch. Peintre du roi. 1781“ (Eduard von der Heydt, National-Galerie. Die wichtigsten Erwerbungen in den Jahres 1933-1937, Berlin 1938, S. 10, Nr. 35). Dieses Selbstbildnis ging im Zweiten Weltkrieg verloren und befindet sich heute in der Eremitage in St. Petersburg. Möglicherweise handelt es sich hierbei sogar um die signierte Erstfassung und nicht, wie bisher angenommen, um eine Replik. Die in der Nationalgalerie vorhandene achteckige unsignierte Version könnte hingegen eine Wiederholung sein.
Unlängst wurde bezweifelt, dass unser Porträt ein Selbstbildnis ist, u.a. weil die blaue Farbe der Augen nicht den sonst in Graubraun dargestellten Augen der Malerin entspricht (Sarah Salomon, Anna Dorothea Therbusch. Die Malerin im Spiegel ihrer Selbstbildnisse, in: Anna Dorothea Therbusch in Berlin und Brandenburg, hg. v. Nuria Jetter, Petersberg 2024, S. 32-33, Kat. 32, S. 222). Wer aber sollte hier mit forschendem Blick durch ein Augenglas in zwei Fassungen dargestellt sein? Vermutlich am ehesten noch die Künstlerin selbst, die beim Malen konzentriert ihr Abbild studiert. | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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Alte Nationalgalerie
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