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Fischer am Baikal

Ident. Nr.: A IV 315

ObjID: obj:965660

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Nuria Quevedo (1938 - 2025),
Künstler*in
Datierung
1974
Weitere Titel
Sammlungstitel: Fischer am Baikal
Übersetzung: Fishermen at Lake Baikal
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 110 x 150 cm
Erwerbung
1975 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Ein Mann und sein Sohn – Letzterer mit drei Orden am Revers – sitzen auf einer Holzbank und blicken die Betrachtenden ernsthaft an. Gedankenverloren haben beide ihre Hände auf dem Schoß verschränkt. Die scheinbar karge Landschaft hinter ihnen ist in Wirklichkeit der Baikalsee mit seinen Ufern, die sich bis zum Horizont erstrecken. Als dieses Bild zum ersten Mal ausgestellt wurde, löste es eine Debatte aus, die die damals 36-jährige Künstlerin nach Cottbus führte, um mit einer Gruppe von Arbeiter*innen über das Bild zu sprechen. Diese Diskussion, in der Zeitschrift „Für Dich“ dokumentiert, zeigt die Schwierigkeiten, die das Publikum mit dem Werk hatte, und die Versuche der Künstlerin, zu vermitteln. Auf den Vorwurf, das Gemälde sei deprimierend und die Figuren seien unheroisch, reagierte Quevedo mit der Erklärung, sie habe sich von einer Reise und realen Menschen, die sie gesehen habe, inspirieren lassen. Sie sei vom Abendlicht und der Klarheit der Landschaft beeindruckt gewesen, ebenso wie von der Zähigkeit der Menschen, die dort lebten, wie sie weiter ausführte. Das Gemälde, das sie nach ihrer Rückkehr in die DDR anfertigte, basiert auf Skizzen und Fotos von ihrer Reise an den Baikalsee. Der Stil des Werkes – frontale Porträts in fast monochromer Farbgebung – ist typisch für ihr Schaffen in diesen Jahren (vgl. „Der Blinde“, A IV 498), das oft im Zusammenhang mit ihrer spanischen Herkunft und insbesondere den künstlerischen Einflüssen von Francisco de Goya und Diego Velázquez diskutiert wurde. | April Eisman

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz