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Befreite Arbeit - schöneres Leben

Ident. Nr.: B III 2

ObjID: obj:965663

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arnold (1909 - 1979),
Künstler*in
Datierung
1961
Weitere Titel
Sammlungstitel: Befreite Arbeit - schöneres Leben
Übersetzung: Liberating Work - Beautiful Life
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1962
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 220 x 70 x 60 cm
Erwerbung
1962 Ankauf vom Künstler durch den Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Auf den ersten Blick erinnert die Bronze an ein öffentliches Denkmal. Die überlebensgroße Frau ist jedoch eine Unbekannte, es ist die archetypische Darstellung einer Bäuerin, die gerade eine lose Strähne unter ihr Kopftuch zurückstreift. Die Figur gehört zu einer umfangreichen Reihe von Frauendarstellungen, die der Bildhauer zwischen 1951 und 1962 schuf, um die arbeitende Frau in der sozialistischen Gesellschaft zu würdigen und sie damit zugleich als Allegorie für den Aufbau des neuen Staates zu inszenieren. Diese Bronze verstand Arnold, einer der erfolgreichsten Künstler der DDR, auch als Sinnbild für die Durchsetzung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der Landwirtschaft. Zur Zeit der Entstehung befand sich die Landwirtschaft in der DDR jedoch in einer schweren Krise. Umso mehr galt es, entsprechend dem sozialistischen Kulturanspruch ein positives Bild der Gesellschaft zu zeichnen. Der Kulturfonds der DDR erwarb die Skulptur 1962 vom Künstler und wies sie der Nationalgalerie zu. Die Bronze wurde 1976 in Wandlitz vor dem „Museum der agraren Produktivkräfte“ (heute: Barnim Panorama) aufgestellt. Das mittels staatlicher Hilfe aufgebaute Landwirtschaftsmuseum befand sich in unmittelbarer Nähe zur Waldsiedlung Wandlitz, wo Vertreter der politischen DDR-Elite residierten. Mit dem Umbau des Agrarmuseums gelangte die Dauerleihgabe 2011 wieder in die Nationalgalerie. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz