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Das Urteil des Paris Verso: Zwei Angler an Kanal

Ident. Nr.: A IV 556

ObjID: obj:965726

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Albert Ebert (1906 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1959
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Urteil des Paris Verso: Zwei Angler an Kanal
Übersetzung: Judgment of Paris Verso: Two Anglers at a Canal
Provenienz
Eyke Dryander, Halle/Saale,
1974–1986
Material / Technik
Öl auf Lindenholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 24,3 x 16,6 cm
Erwerbung
1986 Ankauf aus Privatbesitz, Halle/Saale, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Das häufig dargestellte Motiv „Urteil des Paris“ fasste Ebert eher spielerisch auf – er hat ein poetisches Bild entwickelt, keine Deutung versucht. Er zeigt eine nächtliche Szene, dennoch stehen die Figuren leuchtend hell in der Dunkelheit. In der Mittelachse des Bildes steht vorn ein Korb mit roten Äpfeln, dahinter befinden sich der entsprechende Baum und am Himmel eine schmale Mondsichel. Der Halbgott Paris steht, wie nach einem Bade, rechts des Baumes und isst einen der Äpfel, dabei hat er keinen Blick für die drei Schönen, die sich links des Baumes aneinanderdrängen. Eher unbestimmt äußerte sich Ebert zu seinem Bild: „Ja, das ist mehr ein Spaß, sagt er zu seiner Version. Der Paris, der nimmt gar keine Äpfel, ja, und die – so nennt er respektlos die Grazien –, die nehmen den ganzen Korb und essen denn die Äppel selber […]“ (Gerhard Wolf, Albert Ebert. Wie ein Leben gemalt wird, Berlin 1974, S. 67). Vergleichend mit anderen Darstellungen des Themas deutete Peter Arlt diese so: „In der Aufhebung des Parisurteils geht A. Ebert am weitesten. Auch bei ihm stehen die drei Mädchen freundschaftlich zusammen. Keine legt Wert darauf, Schönste zu sein. Und Paris hat keine Lust, den Schönheitsrichter zu spielen, er verspeist den Zankapfel. Und da jede der drei auf ihre Art besonders schön ist, steht hier der Korb voller Äpfel. Jeder könnten mehrere Äpfel gegeben werden. Und somit negiert Ebert das Urteil dreifach.“ (Peter Arlt, in: Das Urteil des Paris in der bildenden Kunst der DDR, Ausst.-Kat. Gotha, 1986, S. 19) | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz