Logo

Frau mit Kopftuch

Ident. Nr.: A IV 182

ObjID: obj:965728

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kate Diehn-Bitt (1900 - 1978),
Künstler*in
Datierung
1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frau mit Kopftuch
Übersetzung: Woman with a Headscarf
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1968
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 78 x 72,5 cm
Erwerbung
1968 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Dargestellt ist Lisbeth Schefuß (Lebensdaten unbekannt), die junge Haushälterin der Familie. Vor dunkel-düsterem Hintergrund stechen die scharf umrissenen Konturen der Frau mit Kopftuch klar ab, farblich beschränkt sich das Porträt auf einen in den Tönen deutlich voneinander abgesetzten Dreiklang aus Rot, Weiß und dem hellen Inkarnat. Zugleich verleihen die Schattierungen, die im Hintergrund sonderbar aufgehellten Partien und nicht zuletzt die androgynen Gesichtszüge der Dargestellten dem Bild eine Atmosphäre vager Beunruhigung. Das Gemälde entstand 1935, im Jahr der ersten Einzelausstellung Diehn-Bitts in der Berliner Galerie Gurlitt, die der Malerin positive Reaktionen, aber auch Angriffe seitens der nationalsozialistischen Presse einbrachte. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz