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Mädchenkopf

Ident. Nr.: B I 323

ObjID: obj:965861

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Wenck (1865 - 1929),
Künstler*in
Datierung
1911
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: mit Sockel 35 x 20 x 23 cm
Erwerbung
1913 Ankauf aus der Großen Berliner Kunstausstellung

Objektbeschreibung

Die bewegte Oberflächenstruktur, in der die Arbeitsspuren des Modellierens als künstlerisches Mittel gezielt einsetzt wurden, bildet einen belebenden Kontrast zu der ansonsten ruhigen, durch die leicht gesenkte Haltung in sich gekehrt wirkenden jungen Frau. Sanft gewellte, das ovale Gesicht rahmende Haare verleihen dem nicht näher zu identifizierenden „Mädchenkopf“ individuelle Züge – ohne den idealisierten Eindruck stiller Introvertiertheit aufzugeben: „Es ist für Wencks Bildnisse bezeichnend, daß die Umsetzung in plastische Form nicht die Individualität der Objekte vergewaltigt. In dem Mädchenkopf von 1911 […] ist eine Psyche ganz andrer Art – und eine keineswegs undifferenzierte – mit […] Eindringlichkeit erfaßt“ (August Grisebach, Bemerkungen zu plastischen Arbeiten von Ernst Wenck, in: Die Kunst für Alle, 31. Jg. [1915/1916], H. 9/10, S. 187). Unverkennbar sind dabei Wencks Studium des Naturvorbilds und das intensive Ringen, eine eigene materialgerechte plastische Form zu finden, die sein Werk deutlich von dem seines einstigen Lehrers Fritz Schaper absetzt: „Meine Arbeiten sind aus Freude am Gestalten entstanden. Ich habe unvoreingenommen und intensiv die Natur studiert und den Weg gesucht“, so Wenck in seinem 1920 veröffentlichten künstlerischen Selbstbekenntnis (Ernst Wenck, in: Die Kunst für Alle, 36. Jg. [1920/1921], Dezember, S. 71). | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz