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Herrenbildnis in rotem Mantel

Ident. Nr.: A III 355

ObjID: obj:965971

Details (Expert)

Beteiligte
Julius Scholtz (1825 - 1893),
Maler*in
Datierung
1848
Provenienz
Kauf: Schlesisches Museum der bildenden Künste, Breslau,
1920 - vor 1953
Volksrepublik Polen,
1953
Freundschaftsgeschenk der Volksrepublik Polen an die Regierung der DDR,
1953
Schenkung: Ministerium für Kultur der DDR, Berlin,
1953–1954
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 87,5 x 66,5 cm
Erwerbung
1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR

Objektbeschreibung

Neben Ferdinand von Rayski zählt Julius Scholtz zu den wichtigsten Porträtisten und zugleich zu den bedeutendsten Vertretern eines malerischen Realismus im Dresden. Scholtz hatte zunächst in seiner Geburtsstadt Breslau bei dem Bildnismaler Johannes König gelernt, bevor er seine Studien in Dresden fortsetzte. 1848 schuf er das erste, uns heute bekannte Porträt in Öl. Es zeigt in feiner koloristischer Abstufung einen selbstbewußten jungen Mann mit Federbarett und dunkelrotem Samtmantel. In Ausschnitt und Pose sind Anregungen berühmter Selbstbildnisse, beispielsweise von Anthonis van Dyck, verarbeitet. Wie Hans Joachim Neidhardt im Werkverzeichnis von 1965 nahelegt (Der Maler Julius Scholtz, Dresden 1965, S. 2, Nr. 5), mag das Porträt daher den 23jährigen Künstler selbst darstellen. Bald in Vergessenheit geraten, bedurfte es der vom Sächsischen Kunstverein 1928 veranstalteten Jubiläumsausstellung »Kunst in Sachsen vor 100 Jahren«, um den Porträtisten Julius Scholtz wiederzuentdecken. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Edward T. Pearson

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Die Porträtbüste Edward T. Pearsons (Lebensdaten unbekannt) wirft einige Fragen auf. Interessant ist, dass sie 1930 beim Künstler gegen einen Aufpreis gegen ein früheres Werk, und zwar den „Kopf von Werner Krauß“ (Verbleib unbekannt), ertauscht wurde. Dieser war 1922 erworben worden, wiederum durch einen Tausch. So war das erste Werk, das die Nationalgalerie von Ebbinghaus besaß, eine 1912 auf der Ausstellung der Berliner Secession ausgestellte Bildnisbüste des Malers Albert Hertel (Verbleib unbekannt). Doch wer mag das Tauschgeschehen angeregt haben? War es der Künstler, der immer sein bestes Werk in der Sammlung der Nationalgalerie wissen wollte? Es erscheint wahrscheinlicher, dass die Nationalgalerie Initiator des Tauschs gewesen war und es um den Dargestellten ging. Wer Pearson war, lässt sich jedoch heute nicht mehr sicher bestimmen. Er ist als alter Mann porträtiert. Nase und Ohren sind groß, das Gesicht faltig, der Haaransatz hoch und die Augen trüb. Die Zufälligkeit der Patinierung wirkt geschickt genutzt, da sie den Eindruck des Alters verstärkt. Im Inventarbuch findet sich der Hinweis, dass es sich um den Bruder der Mutter von Ebbinghaus handelt, einen englischen Kaufmann. In Paris lebte ein Engländer und Kunstsammler mit dem Namen Pearson, der enge Beziehungen zu Berlin besessen haben muss. Sein Nachlass wurde 1927 auf einer großen Auktion in der Berliner Kunsthandlung Cassirer angeboten, auf der auch die Nationalgalerie ein Werk („Italienische Landschaft“, A II 587) erwarb. In diesem Sinne wäre es von Interesse gewesen, die Büste des Kunstsammlers zu besitzen. | Johanna Yeats

Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz