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Tafel 2: Schlachtberg aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland

Ident. Nr.: n/a

ObjID: obj:966003

n/a

Details (Expert)

Datierung
1979-1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tafel 2: Schlachtberg aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland
Übersetzung: Panel 2: Battlefield From: Early Bourgeois Revolution in Germany
Material / Technik
Tempera und Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 139 x 244 cm
Erwerbung
1988 Ankauf vom Künstler, Leipzig

Objektbeschreibung

Am 15. Mai 1525 fand auf dem Hausberg oberhalb von Frankenhausen die Schlacht zwischen über 8000 in einer Wagenburg verschanzten aufständischen Bauern unter der Führung von Thomas Müntzer und den vereinigten Heeren des Landgrafen Philipp v. Hessen und des Herzogs Georg von Sachsen mit 6000 Landsknechten und Reitern statt. Tübke zeigt das Geschehen im frischen Grün des Frühlings. Im leeren Zentrum des Geschehens (hier ganz an den Rand gedrängt) rufen die Trommler die überraschten Aufständischen unter der Fahne mit dem Schlachtruf „Fryheit“ (auf der nächsten Tafel) zur Verteidigung. Thomas Müntzer selbst lässt im Wissen um die bevorstehende Niederlage resigniert die Bundschuh-Fahne sinken. Unter dem heilverkündenden Regenbogen stürzt, Ikarus gleich, der Genius der Rebellion zurück zur Erde, wo sich – ganz wie in Albrecht Altdorfers „Alexanderschlacht“ (1528/1529; Alte Pinakothek, München) – das Schlachtgetümmel bis zum Horizont erstreckt. Durch ein Gebüsch vom Kampfgeschehen getrennt, sind unten um einen Brunnen – die symbolische Lebensquelle einer neuen Zeit – Künstler, Reformatoren, Humanisten, Wissenschaftler, Mediziner, Entdecker und Kaufleute versammelt (v. l. n. r.): Hans Hut und Melchior Rinck, die Genossen Müntzers, sodann Hans Sachs, Peter Vischer, Veit Stoß, Tilman Riemenschneider, Jörg Ratgeb, Albrecht Dürer, Martin Luther, Lucas Cranach d. Ä., Sebastian Brant, Philipp Melanchthon, Erasmus von Rotterdam, Ulrich von Hutten und – auf der nächsten Tafel – Nikolaus Kopernikus, Paracelsus, Kolumbus, Johannes Gutenberg, Bartholomäus Welser und Jakob Fugger. | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz