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Tafel 5: Felsenlandschaft aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland

Ident. Nr.: n/a

ObjID: obj:966006

n/a

Details (Expert)

Datierung
1979-1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tafel 5: Felsenlandschaft aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland
Übersetzung: Panel 5: Rocky Landscape From: Early Bourgeois Revolution in Germany
Material / Technik
Tempera und Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 139 x 244 cm
Erwerbung
1988 Ankauf vom Künstler, Leipzig

Objektbeschreibung

In felsiger Landschaft – frei nach Sandro Botticellis Illustration zum 18. Gesang von Dantes „Inferno“ – treten die neun Musen auf. Rechts neben ihnen begehen unter einem in kosmischer Umwälzung begriffenen Himmel Eva und Adam die Ursünde am paradiesischen Baum der Erkenntnis. Es folgen die mühsame Arbeit auf steinigem Acker, der Brudermord Kains und schließlich der an der Bundschuh-Fahne auf Umsturz sinnende Bauer mit den gleichsam pfingstlich erleuchteten Humanisten, die gegen die scholastischen „Dunkelmänner“ kämpfen. Im unteren Register tritt neben die biblisch-mythische Geschichte eine historisch soziale Allegorie: An drei Tischen verspielen Klerus, Adel und Bürgertum das Land. Rechts davon ziehen die Schmeichler gemäß dem Sprichwort einen Fuchsschwanz durch die Welt („Den Fuchsschwanz streichen“). Ganz rechts bricht der Tod den Stab, und Herr „Jedermann“ (nach Hans Sachs, „Von dem sterbenden reichen Menschen, Hekastus genannt“, 1539) kommentiert vor einer Galgenszene (althochdeutsch „galgo“ = [Hinrichtungs-]Pfahl, also Kreuz) und einem Maibaum (Lebensbaum) die sich nun von Neuem abwickelnde „frühbürgerliche Revolution“. Der Idealist Tübke hatte in seinem Wandbild für die Leipziger Universität „Arbeiterklasse und Intelligenz“ die DDR als eine „zweite Frührenaissance“ sehen wollen. Der Skeptiker Tübke malte das Panorama von Bad Frankenhausen. | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz