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Thüringer Landschaft mit Schafherde

Ident. Nr.: A III 532

ObjID: obj:966017

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walther Klemm (1883 - 1957),
Künstler*in
Datierung
um 1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Thüringer Landschaft mit Schafherde
Übersetzung: Thuringian Landscape with Herd of Sheep
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1957
Nachlass/Vermächtnis: Gerdi Nebe-Klemm, Weimar,
1957–1969
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 48,5 x 89 cm
Erwerbung
1969 Ankauf von der Tochter des Künstlers, Gerdi Nebe-Klemm, Weimar

Objektbeschreibung

Von 1901 bis 1904 studierte Klemm an der Wiener Kunstgewerbeschule. Er erlangte zunächst mit Tiergrafiken Bekanntheit. Erst 1908, nachdem er in die Künstlerkolonie Dachau übergesiedelt war, malte er seine ersten Naturstudien in Öl. Seinem grafischen Interesse folgend blieben bis 1915 winterliche Landschaften mit starken Schwarz-Weiß-Kontrasten seine bevorzugten Sujets. Die „Thüringer Landschaft mit Schafherde“ entstand um 1920 und veranschaulicht Klemms weitere Werkentwicklung, in der Farbe und Fläche mehr Gewicht erhielten. In der klaren Bildkomposition blickt man aus erhöhter Perspektive auf die dicht zusammengedrängte Schafherde, die durch einen Hirten mit Hund von der kargen, in Brauntönen gehaltenen Anhöhe in die grüne Weidefläche des dahinterliegenden Tals geführt wird. Aus dem wolkenverhangenen Himmel treten einzelne Lichtstrahlen hervor, wodurch sich ein stimmungsvoller Natureindruck vermittelt. Seit 1913 lehrte Klemm an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar, die 1919 mit der Kunstgewerbeschule zum Bauhaus zusammengelegt wurde. Mit dessen Gründer und erstem Direktor, Walter Gropius, sowie den neu berufenen Meistern hielten abstrakte Kunstströmungen Einzug in Weimar, Klemms Schaffen aber blieb weiterhin dem Realismus verpflichtet. Als das Bauhaus 1925 nach Dessau umziehen musste, blieb er mit weiteren Vertretern einer traditionellen, konservativen Kunst in Weimar. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz