Hunne zu Pferde
Ident. Nr.: B I 126
ObjID: obj:966023
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1895 (Guss1897)
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 178 x 195 x 965 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966023
Objektbeschreibung
Der berittene Krieger, mit Schild, Bogen und Pfeilen bewaffnet, beugt sich vom Pferd, um auf einen Totenschädel und einen zerbrochenen Schild herabzuschauen, die neben dem rechten Vorderlauf des Pferds liegen. Das Pferd scheut mit starren Vorderläufen. Trotz anekdotischer Momente – offenbar befindet sich der Hunne am Schauplatz eines früheren kriegerischen Tods – liegt dieser exotischen Szenerie die Idee des Memento mori zugrunde. In Hösels Schaffen spielten ethnografische Elemente eine wichtige Rolle, doch selten wurden sie wohl so repräsentativ realisiert wie in der vorliegenden Plastik. Die Gruppe, deren Modell 1897 mit dem explizit eingeholten Einverständnis des Präsidenten der Berliner Akademie der Künste in die Dresdner Skulpturensammlung gelangte, wurde 1895 bis 1897 an verschiedenen Orten erfolgreich ausgestellt. Die von Martin & Piltzing gegossene Bronzefassung der Nationalgalerie fand ihren repräsentativen Aufstellungsort. Ein Zweitguss, dessen Verbleib unbekannt ist, sollte im Jahre 1900 für einen nicht genannten Privatmann gegossen werden, womit wiederum die Firma Martin & Piltzing, die die Form besaß, beauftragt werden sollte. Die ministerielle Genehmigung für diese Wiederholung des in Staatsbesitz befindlichen Werks, das damit seinen Unikatcharakter verlor, lag vor. Kleinfassungen in Bronze und Porzellan sind in Privatbesitz nachgewiesen. Sie alle waren allerdings auch mit dem heute kritisch zu sehenden Bild der Hunnen verwoben, die als äußere Bedrohung aus dem Osten – in der Zeit der Völkerwanderung – einen legendären Ruf hatten und eine ambivalente Bezugsgröße waren, was in der sogenannten Hunnenrede Wilhelms II. gipfelte. | Bernhard Maatz
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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Alte Nationalgalerie
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