Logo

Frauenbüste

Ident. Nr.: B 400

ObjID: obj:966045

1958 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Umberto Mastroianni (1910 - 1998),
Künstler*in
Datierung
1955
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frauenbüste
Übersetzung: Bust of a Woman
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe: 111 cm
Erwerbung
1958 Schenkung des Künstlers für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Die aus Bronze gefertigte, überlebensgroße Büste markiert den Übergang des italienischen Künstlers von der futuristischen zur abstrakten Skulptur. Auf einem abgerundeten Sockel, der teilweise durch rechteckige Aussparungen konturiert ist, stehen zwei runde Säulen. Sie sind als Beine oder Oberkörper des menschlichen Körpers zu sehen und tragen die Brüste, Arme und den Kopf der Figur. Die Brüste sind nach außen rund geformt, nach innen jedoch abgeschnitten. An ihnen sind dreikantige Arme angebracht, deren Hände den fragmentierten Kopf halten. Mastroiannis Auseinandersetzung mit dem Wesen der Weiblichkeit und die Komplexität des Menschen überhaupt äußert sich in der nicht zusammenhängenden Oberfläche des Körpers. In der Abwechslung von geometrischen und geschwungenen, organischen Formen wird die Figur durch eine dynamische Linienführung bestimmt und erhält trotz der starren Bronze eine starke Bewegtheit und Präsenz. Durch die Fragmentierung des Körpers setzte Mastroianni ein komplexes Spiel aus Licht und Schatten frei, das von der Oberflächenstruktur unterstützt wird und überdies die Wahrnehmung der Körperform verstärkt. Die Betrachter*innen werden eingeladen, die vielfältigen Perspektiven der Skulptur zu entdecken, die als Sinnbild für innere Stärke, Energie und Dynamik des menschlichen Daseins verstanden werden können. | Stefanie Meisgeier

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz