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Blumenstillleben

Ident. Nr.: A III 472

ObjID: obj:966124

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Hofer (1878 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1944
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstillleben
Übersetzung: Still Life with Flowers
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 55,5 x 46,5 cm
Erwerbung
1962 Ankauf von G. Haertel, Berlin-Pankow

Objektbeschreibung

Nach der Zerstörung seines Berliner Ateliers bei einem Bombardement 1943 suchte Hofer sich für eine kurze Zeit einen neuen Wohnort in der Stadt, bevor er bald darauf nach Potsdam-Babelsberg zog, wo er bis Kriegsende blieb. Hier entstanden mehrere Blumenstillleben, mit denen der Maler vorrangig eine unbeschwerte Gegenwelt zu den Leiden des Krieges erschuf. In dem in der Nationalgalerie befindlichen Gemälde von 1944 hat Hofer jedoch auch das Gefühl omnipräsenter Bedrohung visualisiert. Es zeigt einen schmalen hellgrauen Krug, aus dem ein üppiger Strauß spätsommerlicher Blumen quillt. In seiner lichten, farbenfrohen Schönheit kontrastiert das Arrangement mit dem dunklen, undurchsichtigen Fenster im Hintergrund – in Hofers Werk ein häufig anzutreffendes Motiv, das den Durchgang zu einem bedrohlichen Außen symbolisiert. So liest sich der bunte Blumenstrauß als Lebens- und Hoffnungssymbol angesichts der andauernden Nacht, in der sich Deutschland in den späten Kriegsjahren befand. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz