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Indianerin

Ident. Nr.: NG 51/81

ObjID: obj:966138

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1918
Weitere Titel
Sammlungstitel: Indianerin
Übersetzung: American Indian
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24,3 x 5,2 x 5,2 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Der Schriftsteller und Journalist Kurt Pinthus begegnete Sintenis im April 1923 bei einem Teenachmittag, den sie und ihr Galerist Alfred Flechtheim für Joachim Ringelnatz ausgerichtet hatten. Anschließend beschrieb er sie in einem Artikel für das „Acht-Uhr Abendblatt“ als „indianerschöne, aufgereckte, sehr begabte Bildhauerin“ (Kurt Pinthus, in: Acht-Uhr Abendblatt, 26.4.1923). Die knapp 1,90 Meter große, schlanke Frau mit ihrem androgynen Wesen entsprach wohl tatsächlich der zeitgenössischen Vorstellung von einer wehrhaften Amazone oder Indianerin, als die sie sich womöglich auch selbst betrachtete. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass es sich bei der kleinformatigen „Indianerin“, die in ihrer statuarischen Pose und glatten Oberflächengestaltung den anderen Frauenfiguren Sintenis’ aus dieser Zeit entspricht, um eine Selbstdarstellung der Künstlerin handelt (WVZ Berger/Ladwig 2013, S. 92). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz