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Ruhende russische Bäuerin

Ident. Nr.: B III 125

ObjID: obj:966213

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich B. Henkel (1936 -),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1967
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ruhende russische Bäuerin
Übersetzung: Russian Farmer at Rest
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16,5 x 52 x 24 cm
Erwerbung
1970 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Zwei V (Paolo und Francesca)

Zwei V (Paolo und Francesca)

Die Bronze „Zwei V“ ist Teil einer umfassenden Werkreihe, die eine Weiterentwicklung von „Paolo und Francesca“ (1958; Standort/WVZ?) aus Koenigs Frühwerk darstellt.Auf einer langgezogenen Plinthe ruht ein Kubus, der als Sockel für eine instabil wirkende Konstruktion geometrischer Formen dient. Zwei Rundstäbe balancieren auf einer Kugel, an ihren Enden befindet sich jeweils eine Halbkugel. Diese sind so übereinandergelegt, dass sie sich beinahe vereinen. Das Material der Bronze ist in seiner Stabilität ein Gegenpol zu der fragilen Konstruktion. In reduzierter Formensprache stellt die Skulptur zwei Menschen dar, deren Bewegung ihnen eine besondere Dynamik verleiht. Koenig griff hier ein im 19. Jahrhundert beliebtes Thema aus dem „Inferno“ von Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“ aus dem 14. Jahrhundert auf. Zudem inspirierte ihn eine Fotografie von Auguste Rodins Gruppe „Le Baiser“ (um 1882) zu dem Werk. Die Erzählung von Francesca da Rimini, die mit ihrem Schwager Paolo Ehebruch begangen haben soll und schließlich von ihrem Ehemann ermordet wurde, bearbeitete er in seiner Werkserie in drei Schritten: den Beginn der Liebe, die düstere Andeutung des Ausgangs ihrer Geschichte und schließlich das folgenschwere Ende. „Zwei V“ ist in die zweite Phase einzuordnen, denn es deutet die innige Verbindung der Liebenden an, die wie einander küssend auf einer Kugel balancieren. Diese ist jedoch bereits an den Rand der Plinthe gerollt und scheint kurz vor dem Sturz in den Abgrund. | Stefanie Meisgeier

Moden-Plastik, Modell D (Rock-Plastik „Lillian“)

Moden-Plastik, Modell D (Rock-Plastik „Lillian“)

Vor seinem Studium der Bildhauerei hatte sich Belling in einer Lehre zum Kunsthandwerker die Technik des Kaschierens angeeignet, bei der mehrere Lagen von Papier- oder Pappmaché durch Leim verbunden werden. Nach dem Krieg beauftragte die Erdmannsdorfer Büstenfabrik den Künstler mit dem Entwurf von Schaufensterfiguren als moderne Alternative zu den aus Wachs gefertigten, naturalistischen Puppen. Belling entwickelte ein vollkommen neuartiges Konzept, indem er die Körper stark abstrahierte, metallisch lackieren ließ und damit Stilelemente des Art déco vorwegnahm. Als „Konfektionsbüste für Schaustellungszwecke“ wurde seine erste Schöpfung im Oktober 1921 patentiert und im Dezember desselben Jahres als „Moden-Plastik“ im Berliner Hotel Esplanade der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Figuren waren ein sensationeller Erfolg. Anschließend erweiterte Belling seine Produktpalette, sodass im Katalog der Erdmannsdorfer Büstenfabrik 1924 auch das dreiviertelhohe „Modell D“ zur Präsentation von Röcken und Miederwaren als „Rock-Plastik“ in zwei Ausführungen angeboten wurde: bronziert in mattem Goldton oder blattvergoldet. Der wie eine abstrakte Skulptur anmutende Körper verengt sich unterhalb der Hüften kegelfömig und ist mit dem runden Holzsockel über zwei pagodenartige Rundstufen mit aufgesetzter Kugel verbunden. So scheint die Figur elegant und fast schwerelos zu balancieren. Das Exemplar der Nationalgalerie zeigt auf dem konkav gewölbten oberen Abschluss in Schreibschrift den Namen „Lillian“. Bislang konnte nicht geklärt werden, ob er eine Modefirma oder eine Produktlinie bezeichnet und wann er aufgetragen wurde. | Dieter Scholz

Ohne Titel

Ohne Titel

Der Autodidakt Pousette-Dart gehörte zu den jüngsten Malern jener Strömung, die später als abstrakter Expressionismus bekannt wurde. 1937 war er nach New York gezogen, wo er bald als Assistent des Bildhauers Paul Manship arbeitete. Seine eigenen abstrahierenden Arbeiten dieser Zeit sind geprägt von starken Farben, organischen Formen und kultisch anmutenden Zeichen. Die Grundlage seiner Kompositionen bildet häufig ein schwarzes geometrisches Raster wie auf dem kleinformatigen Blatt „Ohne Titel“ (B UHP 135/13). Darin orientieren sich die dargestellten Formen und Farben an dem Netz, sie visualisieren Gefühle, Träume und Erinnerungen, womit sie, nach Pousette-Dart, weniger persönliche Erfahrungen zum Ausdruck bringen als vielmehr auf das Universelle und Kosmische verweisen. Auch der Kreis als Symbol des Himmlischen ist ein wiederkehrendes Moment in den Arbeiten des Künstlers. Auf der „Der Kreis“ benannten Gouache (B UHP 136/13) erscheinen gleich mehrere davon in verschiedenen Größen. Auch sie sind, ebenso wie die anderen organischen Strukturen, die das Bild bestimmen, in einem Gitternetz verankert. Pousette-Dart selbst sagte zu seinen Werken aus den 1940er-Jahren: „Ich versuche die spirituelle Natur des Universums auszudrücken. Malerei ist für mich Gleichgewicht der Kräfte und Vollständigkeit des Lebens. Sie ist geheimnisvoll und übersinnlich, jedoch greifbar und wirklich“ (zit. nach Richard Pousette-Dart, Ausst.-Kat., New York, 1947, o. S.). | Maike Steinkamp