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Die Verkündigung

Ident. Nr.: F.V.

ObjID: obj:966223

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Albert Ebert (1906 - 1976),
Künstler*in
Datierung
um 1954
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Verkündigung
Übersetzung: The Annunciation
Material / Technik
Öl auf Sperrholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 14,5 x 13,5 cm
Erwerbung
Seit 1957 Dauerleihgabe des Hauptvorstandes der CDU (DDR)

Objektbeschreibung

Erst mit 40 Jahren fand Ebert zur Kunst. Nach einer Kriegsverletzung unternahm er im Lazarett erste Malversuche. 1946 besuchte er kurzzeitig die Malklasse von Carl Crodel an der Kunstschule Burg Giebichenstein seiner Heimatstadt Halle, später war er als Heizer an dieser Institution tätig. Crodel bescheinigte Ebert 1956 einem Käufer gegenüber „eine Primitivität Rousseauscher Prägung“ (Helmut Brade [Hrsg.], Albert Ebert, Leipzig 2001, S. 170 f.). So drückte dieser seine Bewunderung für Eberts naiv poetische Bilder aus, die in oft edelsteinartiger Farbigkeit auf meist kleine Holztafeln gemalt sind. Bei einem Restaurierungslehrgang an der Burg Giebichenstein 1951/1952 hatte Ebert die altmeisterlichen Techniken erlernt, die er bewunderte. Zu den frühen Sammlern und Förderern gehörte der ebenfalls aus Halle stammende Gerald Götting, seit 1949 Generalsekretär der CDU (DDR). Nach der Teilnahme Eberts an der Ausstellung „Christliches Kunstschaffen“ in Weimar 1956 erhielt er bis 1961 monatliche Zuwendungen von der CDU, die ihn aus bedrängender finanzieller Not befreiten. Allerdings wurde sein Parteibuch – Ebert war als ehemaliges SPD-Mitglied 1946 in die SED übernommen worden – nach dieser Ausstellung von der SED-Stadtleitung Halle eingezogen. Die Bilder „Verkündigung der Hirten auf dem Felde“ und „Ankunft der Heiligen Drei Könige“ erwarb der Hauptvorstand der CDU (DDR) 1957. Ebert hat immer wieder christliche Themen gestaltet, ohne Tiefsinn, aber auch ohne Sentimentalität, er hat farbige Bilder imaginiert. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz