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Porträt Sonja Marchlewska

Ident. Nr.: A III 268

ObjID: obj:966229

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Sonja Marchlewska
Übersetzung: Portrait of Sonia Marchlevska
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Jan Vogeler, Moskau,
1942 - Ende 1952
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 55 x 41 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

Vogeler gehörte zu den frühen Mitgliedern der norddeutschen Künstlerkolonie Worpswede. In seinen Werken der 1890er- bis 1910er-Jahre paart sich ländliche Idylle mit präraffaelitischer Romantik zu einem märchenhaften Jugendstil. Die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, an dem er als „künstlerischer Chronist“ an den Feldzügen in Osteuropa teilnahm, führten ihn zu einer expressionistischen Formensprache. 1919 wandte er sich der Arbeiterbewegung und marxistischen Gedanken zu. Im selben Jahr gründete er die Barkenhoff-Arbeitskommune in Worpswede, eine gemeinwirtschaftliche, kommunistische Enklave, die jedoch nach wenigen Jahren scheiterte. Zofia (Sonja) Marchlewska (1898–1983), die Tochter des polnischen Kommunisten und Publizisten Julian Marchlewski, war dort regelmäßig zu Gast. Sie und Vogeler lernten sich 1922 näher kennen, 1926 heirateten sie. 1923 schuf der Künstler ein Bildnis der jungen Frau, die, in Tracht gekleidet, mit angezogenen Knien und übereinandergelegten Händen sitzend an einer Wand lehnt. Das Halbporträt ist in der für Vogeler zu dieser Zeit typischen hellen Farbskala und mit expressivem Pinselstrich gemalt, der die ernsten Gesichtszüge Marchlewskas unterstreicht. 1953 gelangte das Gemälde mit 35 weiteren Bildern, vier Puppenköpfen sowie mehr als 400 Zeichnungen und Aquarellen aus dem Moskauer Nachlass des Künstlers an die Nationalgalerie (Ost). Vogelers Sohn Jan hatte den Nachlass zuvor der Regierung der UdSSR als Schenkung an die DDR überreicht. Viele der Gemälde befinden sich heute als Dauerleihgabe der Nationalgalerie im Heinrich-Vogeler-Museum, Barkenhoff-Stiftung, in Worpswede. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz