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Mutter des Künstlers

Ident. Nr.: A IV 359

ObjID: obj:966433

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Willy Kriegel (1901 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mutter des Künstlers
Übersetzung: The Artist's Mother
Material / Technik
Öl auf Sperrholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 70 cm
Erwerbung
1978 Ankauf von der Kunstausstellung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

1930/1931 unternahm Kriegel mit der Familie eine Reise nach Mallorca. Sie wurde überschattet vom Diphtherietod eines Sohnes, auf den sich das Gemälde einer schwarz gekleideten „Frau mit Schleier“ (A IV 360) wahrscheinlich bezieht. Dass es sich hierbei um die Mutter des Kindes handelt, ist jedoch unwahrscheinlich – zwei Jahre später stellte Otto Dix diese im „Bildnis des Malers Willi [sic] Kriegel mit dem Porträt seiner Frau“ (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster) mit rötlich-blondem Haar dar. Das Gefühl von Trauer wird in Kriegels Gemälde durch die sonderbar länglich und diagonal ins Bild gesetzte Figur noch verstärkt. Die „Mutter des Künstlers“ (A IV 359) nimmt eine überraschend ähnliche Haltung ein, die sich allerdings auch in anderen Gemälden wiederfindet, beispielsweise in dem 1928 entstandenen „Porträt Dr. M.“ (Museum Bautzen), mit exakt demselben Neigungswinkel. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz