Zirkusreiterin
Ident. Nr.: B 7
ObjID: obj:966478
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1946
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: ZirkusreiterinÜbersetzung: Circus Rider
- Material / Technik
- Öl auf Pappe
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 90 x 86,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966478
Objektbeschreibung
Da er im Nationalsozialismus als „entarteter“ Künstler galt, übersiedelte Scholz zusammen mit seiner Frau Ursula von Berlin nach Tirol. Einen Tag vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges erwarb er ein Bauernhaus in Alpbach und führte in der dortigen Abgeschiedenheit sein malerisches Werk fort. Seine ersten Ausstellungen nach dem Krieg hatte er im Mai 1946 in der Neuen Galerie Wien und im Dezember 1946 im Kunstverein Konstanz. Die in jenem Jahr entstandene „Zirkusreiterin“ kündet vom Neubeginn des Lebens. Mit roten Lippen und rotem Kleid sitzt die Reiterin auf einem Schimmel, freihändig im Galopp. Mit bewegten diagonal geführten Pinselstrichen unterstreicht der Maler die Dynamik, die von den fliegenden schwarzen Haaren und dem Kleid der Artistin ausgeht. Eine links oben nur im Anschnitt erkennbare Frauenfigur wird zu einem Fleck im flirrenden gelb-grün-weißen Farbenmeer. Von rechts ragt der Kopf eines Elefanten ins Bild, als ob er die Reiterin verfolgen würde. Letztere ähnelt mit ihrem dunklen Haar Scholz’ Lebensfreundin Frida Grasse, die im Juli 1946 die gemeinsame Tochter Claudia zur Welt brachte. Vielleicht lässt sich die für Scholz eher untypische Fröhlichkeit des Bildes vor diesem biografischen Hintergrund deuten. Nachdem das Gemälde im Rahmen einer Scholz-Ausstellung 1948 im Haus am Waldsee in Berlin gezeigt worden war, wurde es 1949 für die Galerie des 20. Jahrhunderts erworben. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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