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Sinnende

Ident. Nr.: A IV 377

ObjID: obj:966484

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Tröger (1894 - 1978),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sinnende
Übersetzung: Musing
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1978
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers (Gertrud Tröger, Dresden),
1978–1979
Material / Technik
Textilfarbe auf Leinwand
Erwerbung
1979 Schenkung aus dem Nachlass von der Schwester des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Trögers künstlerisches Werk blieb zeitlebens einer stilisierten Gegenständlichkeit verbunden. Die auf Linie, Fläche und Farbe reduzierte Formensprache erprobte er auf verschiedenen Bildträgern. So schuf er ab 1928 keramische Arbeiten mit Unterglasurstift auf Fliesen. 1933 kamen Stoffmalereien wie die Arbeit „Sinnende“ hinzu. Bei diesen Bildern trug Tröger die Farbe zumeist direkt auf den – vermutlich ungefärbten, vor allem aber ungrundierten – Stoff auf. Die Leuchtkraft der gedeckten Farbpalette wurde so zusätzlich gedämpft. Während der Sessel flächig in einem dekorativen floralen Muster wiedergegeben ist, gewinnt die Darstellung der jungen Frau allein durch ihre Kleidung – im Muster des karierten Kleids und der in weichen Falten fallenden hellblauen Jacke – etwas an Plastizität. Hier zeigt sich einmal mehr Trögers Vorliebe für Muster und Ornamente, die auf seine Ausbildung im Schneidergewerbe und im dekorativen Fach zurückgehen. 1919/1920 war er zeitweise als Kostümbeirat am Hof- und Landestheater Meinigen tätig gewesen; von 1928 bis 1930 unterrichtete er Modezeichnen an der Dresdner Kunstschule von Guido Richter. | Franziska Lietzmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz