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Liegende Kuh

Ident. Nr.: NG 41/81

ObjID: obj:966523

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ewald Mataré (1887 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Liegende Kuh
Übersetzung: Resting Cow
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 3 x 10,5 x 4,2 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin, aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Als lyrisch und naturverbunden beschrieb der Kunstkritker Ernő (Ernst) Kállai 1929 die Tierplastik Matarés, zeuge sie doch „von tiefster harmonischer Vertrautheit mit dem Kreatürlichen und [sei] eben deshalb so einfach und klar. Sie ist Stimmung und Form zugleich, Form unantastbarer Präzision und strengster Gliederung“ (Ewald Mataré, Ausst.-Kat. Galerie Ferdinand Möller, Berlin, 1929, o. S.). In der Tat sind Matarés Tiere in ihrer radikal vereinfachenden Formensprache äußerst präzise gearbeitet, ohne dabei ihre Wesenhaftigkeit zu verlieren. Meist verharren sie in einer Form, die alle Bewegungen und Handlungen ausschließt. Mataré arbeitete bevorzugt in Holz, dienten ihm Maserung, Farbe, Struktur und der haptische Reiz des Materials doch als wesentliche Ausdrucksmittel, weshalb er in der Regel auf Farbe verzichtete. Gleichwohl ließ er eine Vielzahl seiner Werke in Bronze gießen, so auch die „Liegende Kuh“, die Mitte der 1980er-Jahre über den Nachlass der Tierbildhauerin Renée Sintenis in den Bestand der Nationalgalerie (West) gelangte. Im Jahr der Entstehung der Skulptur, 1932, war Mataré als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen worden. Allerdings musste er seinen Posten nach nur sieben Monaten aufgrund der Machtübernahme der Nationalsozialisten wieder räumen. In den Folgejahren arbeitete er relativ zurückgezogen, konnte jedoch verschiedene kirchliche Aufträge ausführen, die sein Werk auch nach 1945 bestimmen sollten. Nach dem Krieg kehrte er als Professor an die Akademie in Düsseldorf zurück, an der Erwin Heerich und Joseph Beuys zu seinen ersten Schülern zählten. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz