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Denkmal am Morgen

Ident. Nr.: A IV 398

ObjID: obj:966552

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Heisig (1925 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1978/1979
Weitere Titel
Sammlungstitel: Denkmal am Morgen
Übersetzung: Memorial in the Morning
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 160 x 151 cm
Erwerbung
1979 Ankauf vom Künstler, Leipzig, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Das „Denkmal am Morgen“ zeigt aus extremer Vogelperspektive eine Stadtlandschaft, deren dichtgedrängten Gebäude und blassblauen Straßenschluchten an eine Weltlandschaft mit bizarren Felsenriffen und Flussarmen erinnern, die in einen See oder ins Meer münden. Vor dieser fernen Kulisse erhebt sich im Morgenlicht ein Turm, auf dessen Spitze sich eine Gruppe von Menschen um einen Basstubaspieler versammelt hat. Mit grotesk verzerrten Gesichtern suchen sie eng umschlungen Halt aneinander wie auf einer Klippe über dem Abgrund. Im Vordergrund zielt ein knieender Nationalgardist der Pariser Kommune mit seinem Gewehr in die Ferne, ein anderer richtet den Gewehrlauf in die Luft. Ähnlich wie in dem 1983 entstandenen „Denkmal über der Stadt V“, das halb verweste Soldaten in mit groben Stricken zusammengehaltenen Rüstungen zeigt, denkt Heisig offenbar auch hier an ein Denkmal wider die Aggressivität und Brutalität des Krieges. | Eckhart J. Gillen

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz