Tod und Mädchen
Ident. Nr.: A IV 365
ObjID: obj:966690
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1974
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Tod und MädchenÜbersetzung: Death and the Maiden
- Material / Technik
- Öl und Tempera auf Hartfaser
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 100 x 80 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966690
Objektbeschreibung
Stelzmanns Beteiligung an der „VII. Kunstausstellung der DDR“ 1972/1973 machte ihn als junges Talent der Leipziger Malerei bekannt, die durch eine komplexe Metaphorik der Bildinhalte charakterisiert war. Auch Stelzmanns Gemälde „Tod und Mädchen“ von 1974 weist einen betont allegorischen Charakter auf. Dominiert wird das dichte und ausschnitthafte Bildgeschehen von den beiden titelgebenden Figuren, die als im 16. Jahrhundert popularisiertes Vanitas-Motiv auf die Vergänglichkeit des Lebens verweisen. Den Tod zeigt Stelzmann als Greis, der stark an denjenigen in Otto Dix’ Gemälde „Altes Liebespaar“ (1923; A II 1050) erinnert. Die Referenz auf dieses Vorbild im Zusammenspiel mit dem Renaissance-Sujet zeugt von einer „durch die Essays von Michel de Montaigne bestärkte[n] Beschäftigung mit Gedanken an Tod und Vergänglichkeit“ (Renate Hartleb, Volker Stelzmann, Berlin [Ost] 1976, S. 38). Daran anknüpfend steht ein makellos schönes Gesicht durch sein Verblassen für eitle Oberflächlichkeit und den gleichermaßen trügerischen wie flüchtigen Glanz moderner Werbeversprechen. In der unteren Bildhälfte versinnbildlichen antikisierende Männerköpfe wie aus Stein eine vermeintlich überdauernde Geisteshaltung und universelle Wertvorstellungen. Doch auch diese Fragmente fallen zusehends der Verwitterung anheim. Damit wirft Stelzmann letztlich Fragen nach gesellschaftlicher Verfasstheit und individueller Sinngebung auf. | Sophie Thorak
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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