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Arbeiterdiskussionsrunde

Ident. Nr.: A IV 319

ObjID: obj:966699

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
F. Semerau-Kowalewski (Lebensdaten unbekannt),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Arbeiterdiskussionsrunde
Übersetzung: Workers Discussing
Provenienz
Walter Segel, Berlin (West),
1975
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 75 cm
Erwerbung
1975 Geschenk von Walter Segel, Berlin (West)

Objektbeschreibung

1975 bot der in West-Berlin lebende Walter Segel der Nationalgalerie (Ost) das Gemälde „Arbeiterdiskussionsrunde“ als Schenkung an. In einer gemütlichen Runde sitzen vor einem Kachelofen fünf Männer, rauchen, trinken aus großen Bierkrügen und scheinen in ihre Diskussion vertieft zu sein. Ob das Bild ein konkretes Gespräch unter bekannten Personen darstellen soll, wie die individualisierten Gesichtszüge der Dargestellten suggerieren, oder eher allegorisch zu verstehen ist, wissen wir leider nicht. Die Nationalgalerie nahm das Geschenk Segels an und schrieb ihm, dass sie es „als Ausdruck Ihrer Verbundenheit mit der Berliner Museumsinsel betrachten“ (SMB-ZA, II A/NG 281 [Vorgang Nr. 17]). Das Bild sollte in die Abteilung für „proletarisch-revolutionäre Kunst“ aufgenommen werden; ob es in diesem Sinne ausgestellt war, lässt sich nicht belegen. Über den Maler oder die Malerin Semerau-Kowalewski konnte Segel kaum Informationen liefern. In einer handschriftlichen Notiz der Nationalgalerie heißt es: „Nach weiteren Informationen soll die Familie, aus deren Besitz das Bild kommt, aus Ostpreußen stammen. Herr Segel glaubt, daß er den Namen in einem Lepke-Katalog gefunden hat“ (ebd.). Rudolph Lepke’s Kunst-Auctions-Haus hatte bis Ende 1935 bestanden; weitere Recherchen haben bislang nicht zur Identität des Künstlers oder zu Information über den Entstehungskontext des Gemäldes geführt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz