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XO

Ident. Nr.: NG 15/69

ObjID: obj:966778

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Olle Bærtling (1911 - 1981),
Künstler*in
Datierung
1966
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 180 x 92 cm
Erwerbung
1969 Schenkung Teddy Brunius, Uppsala/Schweden

Objektbeschreibung

Der schwedische Maler Bærtling, gelernter Banker und künstlerischer Autodidakt, arbeitete figurativ-expressionistisch, bevor er sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Abstraktion zuwandte. Während mehrerer Aufenthalte in Paris bestärkten Besuche des Salon des réalités nouvelles und Begegnungen mit Künstlern wie André Lhote, Fernand Léger und Auguste Herbin ihn in seiner Hinwendung zu geometrisch-abstrakten Formprinzipien. Ab 1950 entstanden Kompositionen aus monochromen, geometrischen Flächen. In den folgenden Jahren konzentrierte sich Bærtling auf dreieckige Farbfelder und schwarze Linien. Die dynamische Wirkung der Farbe Violett brachte ihn dazu, die Dreiecke über die Begrenzung der Bildfläche hinaus ins Unendliche zu denken: „Die violette Farbe“, so schreibt er 1971, „bewirkte eine höhere Geschwindigkeit, gesteigerte Monumentalität und eine bewusstere Steuerung meiner schwarzen Linien. Die Spitzen der Winkel lagen nun außerhalb des Bildrandes, immer weiter von ihm entfernt.“ (Prolog zu einem Manifest der Offenen Form [1971], in: Olle Bærtling. Retrospektive, Ausst.-Kat. Kunsthalle Kiel, 2001, S. 95–117, S. 109). Das in der Nationalgalerie befindliche Gemälde „Xo“ gehört zu einer zwischen 1963 und 1966 entstandenen Gruppe langformatiger Gemälde mit zentralen violetten Flächen und angeschnittenen Dreiecken. Von dieser „offenen Form“ geht für Bærtling eine „konzentrierte, geladene Energie aus, die mit suggestiver Kraft in einen Raum von starker Dynamik und unendlichen, unbekannten Dimensionen umgewandelt wird.“ (Ebd., S. 117) | Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz