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Die Knaben

Ident. Nr.: B 551

ObjID: obj:966792

1962 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Serge Fiorio (1911 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1958
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Knaben
Originaltitel: Les Garçons
Übersetzung: The Boys
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 49,4 x 60,8 cm
Erwerbung
1962 Ankauf von Hubert Fichte, Hamburg, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Bereits als Kind begann der in der Schweiz geborene Fiorio, sich mit Malerei zu beschäftigen, blieb aber Autodidakt. 1949 erwarb er ein Anwesen in der Provence, lebte von Ackerbau und Schafzucht und widmete sich weiterhin intensiv der Kunst. Ab den 1950er-Jahren fanden frankreichweit, später auch darüber hinaus, Einzelausstellungen seiner Gemälde statt. Sein Bild „Die Knaben“ zeigt drei stark stilisierte, hölzern-emotionslos wirkende Figuren beim Murmelspiel auf einem Hügel in sommerlicher Atmosphäre. Gedeckte Braun-, Ocker- und Blautöne dominieren, einen Akzent setzt der leuchtend blaue Murmelbeutel in der Hand der mittleren Figur. Während der eine Junge kniet, sitzen die zwei anderen auf Säulentrommeln – alle scheinen im Moment erstarrt zu sein. Rechts und links sind die Häuser eines Dorfes zu erkennen. Im Bildhintergrund öffnet sich eine südlich anmutende, agrarisch geprägte Landschaft, strukturiert von einigen Bäumen. Die Szene ist wohl von Fiorios unmittelbarer Lebenswirklichkeit im südfranzösichen Dorf Montjustin mit seiner hügeligen Umgebung inspiriert. Wie in vielen seiner Gemälde lassen sich auch in „Die Knaben“ Anklänge an die italienische Frührenaissance und die Neue Sachlichkeit erkennen. Fiorio selbst verweigerte sich jeglicher stilistischen Einordnung. | Lisa Hackmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz