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Bild 12/73 In der Landschaft

Ident. Nr.: B 1055

ObjID: obj:966793

1974 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Horst Hirsig (1929- 2019),
Künstler*in
Datierung
1973
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bild 12/73 In der Landschaft
Übersetzung: Picture 12/73 in a Landscape
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 205 x 168 cm
Erwerbung
1974 Ankauf vom Künstler, Berlin, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

An der West-Berliner Hochschule für bildende Künste, an der er studiert hatte, erhielt Hirsig 1971 eine Professur für Malerei, die er bis 1993 bekleidete. Nach der deutschen Wiedervereinigung wechselte er an die Hochschule für Bildende Künste Dresden und übernahm dort zusätzlich zur Professur bis 1996 auch das Amt des Rektors. Hirsigs „Bild 12/73“ aus dem Zyklus „In der Landschaft“ wurde im Mai 1974 in der Neuen Nationalgalerie gezeigt, als Hirsig dort gemeinsam mit Ursula Sax und Gerd van Dülmen ausstellte, und im Anschluss für die Sammlung erworben. Im begleitenden Katalog schrieb Museumsdirektor Werner Haftmann zu Hirsigs neuem Zyklus: „Angeregt durch lagernde Gruppen von Badenden an den Stränden der Nordsee entwarf sich in ihm eine Bildvorstellung von weiter Landschaft unter einem gefrorenen Licht, in der, sonderbar petrifiziert, Menschenkolosse wie mythische Versteinerungen lagern. Der Herauszeichnung dieses sonderbaren Ineinanders von Mechanik, Ausdruck und mythischer Dauer der menschlichen Figur in den Gezeiten der Natur gilt seine Arbeit der letzten Jahre. Sie ist nicht frei von Angst vor der bedrohlichen Mechanisierung der Welt.“ (Werner Haftmann, in: Horst Hirsig, Ursula Sax, Gerd van Dülmen, Ausst.-Kat., Berlin [West], 1974) Die einander umschlingenden Körper mit ihren Öffnungen und Wölbungen lassen sich aber auch erotisch deuten als Durchdringung der Natur mit Sexualität, von den Fleischgebirgen im Vorder- und Mittelgrund bis zu den surrealen Wolkenkörpern am Himmel. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz