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Selbstbildnis

Ident. Nr.: B I 632

ObjID: obj:966797

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1931 (Guss 1932)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnis
Übersetzung: Self Portrait
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1931
Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
1931–1940
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 20 x 24,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1940 Überweisung vom Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung an die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Der 1879 in Chemnitz geborene Scheibe begann seine Laufbahn als Maler. Erst nach seinem Umzug nach Berlin um 1905 wandte er sich autodidaktisch der Bildhauerei zu und modellierte zunächst kleinformatige Tierplastiken. Während seiner späteren Lehrtätigkeit als Professor an der Städelschule in Frankfurt am Main (1925–1935) konzentrierte er sich zunehmend auf die Darstellung von Menschen. Oft scheinen seine schlanken, androgynen Gestalten dem Künstler zu ähneln, selbst seine frühen Tierskulpturen wirken wie eine Art Selbstbefragung. Sein erstes plastisches Selbstporträt schuf Scheibe erst spät. Der damals 52-Jährige, dessen Wesen von seinen Zeitgenossen als introvertiert und ernst beschrieben wird, hat sich hier ganz unpathetisch wiedergegeben. Die tiefliegenden Augen unter betonten Oberlidern, der geschlossene, schmale Mund und die gespannten Gesichtszüge wirken dennoch nicht starr, sondern bewegt, bedingt durch die leichte Asymmetrie von Augenbrauen und Mundwinkeln. Im Jahr seiner Entstehung wurde das Porträt in der Herbstausstellung der Preußischen Akademie der Künste gezeigt. Zwei weitere Exemplare gab der Künstler im April/Mai 1932 in der Frankfurter Bildgießerei Komo in Auftrag (Andreas Komo an Magdalena George, 7.5.1960, SLUB, Mscr. Dresd. App. 2523.284 a). Wie seinem Kassenbuch zu entnehmen ist, verkaufte Scheibe eines davon direkt an die Nationalgalerie (Archiv Georg Kolbe Museum, Berlin, Nachlass Richard Scheibe, Kassenbuch I, R.Sch.928). Eines der beiden späteren Selbstporträts des Künstlers, entstanden 1946, befindet sich ebenfalls im Besitz der Nationalgalerie (B 235). | Carolin Jahn

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz