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Hackfruchternte

Ident. Nr.: A IV 174

ObjID: obj:966830

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Werner Paul Schmidt (1888 - 1964),
Künstler*in
Datierung
um 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hackfruchternte
Übersetzung: Harvesting the Root Crop
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 102 x 83 cm
Erwerbung
1935 Dauerleihgabe des Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung an die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Erste berufliche Erfolge hatte Schmidt als Grafiker. Er illustrierte für den Insel-Verlag Werke von Johann Wolfgang von Goethe, Honoré de Balzac und Théophile Gautier, wobei er sich „in Text und Textbild mit der feinempfindenden Anpassung eines Klavierbegleiters“ einfühlte (Ulrich Christoffel, Jüngere Münchener Maler, I., in: Die Kunst für Alle, 52. Jg. [1936/1937], H. 8, S. 196). Seine Ausbildung hatte Schmidt an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar bei Max Thedy begonnen. Doch nach nur einem Jahr wechselte er 1906 an die Akademie der bildenden Künste in München zu Franz von Stuck. Er war Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft und im Bund zeichnender Künstler. Geprägt durch Studienreisen nach Italien, in die Niederlande, nach London und Paris sowie durch die Klarheit und Bescheidenheit der Kunst Pieter de Hoochs (1629–1684) und Jean Siméon Chardins (1699–1779) schuf Schmidt ländliche Idyllen und stilllebenhafte Szenerien des Alltags. Ein „Sinn für Tonwerte und den Stoffklang der Farben“ (ebd.) kennzeichnet auch die „Hackfruchternte“. Im Vordergrund ist eine klar und linear gefasste Figurengruppe zu sehen. Wie der Titel besagt, geht es um die Ernte der Kartoffel, der siegreichen Hackfrucht, die sich im 18. und 19. Jahrhundert schnell in Europa verbreitet hatte. Da sie langsam wächst, muss der Boden bearbeitet werden, um eine Überwucherung zu vermeiden. So trägt im Hintergrund ein Mensch eine Hacke, und Erdfrüchte werden gesammelt. Zudem sieht man weidende Kühe. Der komponierte Aufbau verbildlicht die Dreifelderwirtschaft. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz