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Liegende

Ident. Nr.: B III 165

ObjID: obj:966843

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Balden (1904 - 1995),
Künstler*in
Datierung
1970
Weitere Titel
Sammlungstitel: Liegende
Übersetzung: Reclining Woman
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1976
Material / Technik
Blei
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11 x 35,5 x 16 cm
Erwerbung
1976 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Die menschliche Gestalt blieb in Baldens Skulptur immer ein Bezugspunkt, wobei er sie oftmals in ihrer Bedrohtheit und Verletzlichkeit zeigte. Eine große Gruppe in seinem Werk umfasst Mutter-Kind-Darstellungen sowie liegende Figuren. Gerade die späteren Arbeiten aus den 1970er-Jahren sind stark der Formensprache Henry Moores verpflichtet. Dessen aktuelle Arbeiten hatte Balden 1965 während einer Ausstellungstournee seiner Werke in England gesehen. Wie nachhaltig Moores organische, fließende Formensprache nachwirkte, sieht man insbesondere an den beiden kleinformatigen Figuren „Liegende“ (B III 165) und „Kleine Liegende“ (B III 166), die einerseits biomorphe Gestaltungselemente aufweisen, gleichzeitig aber dem Figurativen verhaftet bleiben. Balden betrachtete die menschliche Gestalt wie eine Landschaft oder ein Gestein, worin sich sein Anliegen erschließt, die Natur an einem Punkt zu erfassen, an dem sich Leben und Bewusstsein, Naturgeschehen und zivilisatorischer Prozess durch die Übertragung ins Kunstwerk verschränken. Mehr und mehr löste sich Balden von erzählerischen Sinngehalten und konzentrierte sich auf die Abstraktion der Körperformen. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz