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Stillleben mit Muscheln

Ident. Nr.: A II 878

ObjID: obj:966901

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Willy Kriegel (1901 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Muscheln
Übersetzung: Still Life with Shells
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
24.3.1936
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 79,5 x 100 cm
Erwerbung
1936 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Zwei Keramikschalen und zwei Gläser, zwei Hyazinthen und zwei Meeresschnecken auf einem Tisch. Kriegel hat das Zusammenspiel der einerseits künstlichen und andererseits natürlichen Objekte auch zu einer Begegnung zweier gegensätzlicher Malstile gestaltet. Während der amorphe Gesamteindruck des Bildes, mit freiem, flüssigem Pinselstrich gemalt, an Oskar Kokoschka erinnert, dessen Meisterschüler Kriegel 1923 an der Dresdner Kunstakademie gewesen war, lassen die mit traumwandlerischem Geschick gesetzten hyperrealistischen Details (die weiße Hyazinthe im Wasserglas, die beiden Schneckenhäuser) an die altmeisterlich präzise Malerei seines Studienfreundes Otto Dix (vgl. etwa „Bildnis der Tänzerin Marianne Vogelsang“, A II 1046) denken. Sechs Jahre später wurde ein Gemälde Kriegels als „entartet“ erklärt, woraufhin sich der Künstler gänzlich auf die Feinhaarpinselmalerei verlegte. Durch eine 1940 entstandene Freundschaft ihrer Ehefrauen gelangte Kriegel in den Umkreis Joseph Goebbels’, der ihn 1941 in seinem Tagebuch als „Dürer unserer Zeit“ pries und dafür sorgte, dass Kriegel 1944 auf Adolf Hitlers Liste der „Gottbegnadeten“ erschien (vgl. Maximilian Haas, Die „Gottbegnadeten-Liste“ [BArch R 55/20252a], in: Juri Giannini u. a. [Hrsg.], Eine Institution zwischen Repräsentation und Macht, Wien 2014, S. 239–276). | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz