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Frühling

Ident. Nr.: A II 307

ObjID: obj:966924

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Heckel (1883 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1918
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frühling
Übersetzung: Spring
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1919
Abmessungen
Höhe x Breite: 91 x 92,5 cm
Erwerbung
1919 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Mit dem Gemälde „Frühling“ variierte Heckel einen Holzschnitt der hügeligen Landschaft an der Flensburger Förde von 1913. Entstanden im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs während seiner Stationierung als Krankenpfleger im besetzten Belgien hatte es wie einige andere seiner Werke aus jener Zeit einen konkreten Zweck: Es diente zur Abdeckung einer Schifffahrtsreklame im Aufenthalts- und Verbandsraum des umfunktionierten Bahnhofs von Ostende. Bereits am 6. Dezember 1918, drei Wochen nach Heckels Rückkehr nach Berlin, debattierte die Ankaufskommission der Nationalgalerie über einen Erwerb. Trotz heftigen Widerspruchs des Historienmalers Arthur Kampf sowie des Berliner Unternehmers und Kunstmäzens Eduard Arnhold gelang es Direktor Ludwig Justi, „Frühling“ zu Beginn des Jahres 1919 dem Grundstock seiner Sammlung neuerer Kunst hinzuzufügen. Anfang 1933, als der Richtungsstreit darum, was eine neue deutsche Kunst sei, bereits in vollem Gange war, lobte Justi das Werk in der konservativ-deutschnationalen Zeitschrift „Deutsches Volkstum“ als „ein Gebet zur Schöpfung“ (Ludwig Justi, Volkstum und öffentliche Kunstsammlung, in: Deutsches Volkstum, 15. Jg. [1933], H. 1, S. 2). Den Expressionismus erklärte er für tot und stellte nun Heckels Malerei an das Ende einer mit den Meistern der hohen und späten Gotik begonnenen Entwicklung. „Frühling“ war bis zur Schließung der Neuen Abteilung im Kronprinzen-Palais im Oktober 1936 ausgestellt und entging im Sommer 1937 der Beschlagnahme – wie genau dies glückte, bleibt unklar. Auch die kriegsbedingte Auslagerung, bei der zahlreiche Werke Heckels verbrannten, überstand das Gemälde unbeschadet. | Aya Soika

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz