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Auf orangefarbigem Grund

Ident. Nr.: B 552

ObjID: obj:966982

1962 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arno (1.11.1930 - 3.4.2005),
Künstler*in
Datierung
1955
Weitere Titel
Sammlungstitel: Auf orangefarbigem Grund
Übersetzung: On Orange-Coloured Ground
Material / Technik
Öl auf Hartfaserplatte
Abmessungen
Höhe x Breite: 150 x 119 cm
Erwerbung
1962 Ankauf von Rose Kurtzke, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Arno, so heißt es in einem Katalogtext von 1957, „bekennt sich mit seinem vital bauenden und plastischen Farbauftrag zu einem – wie er sagt – ‚energetischen‘ Prinzip, das ihm dient, um ‚Vorgänge, Ebenen und Kräfte zu klären‘“ (K. L. Skutsch, in: Fünf Maler – Arno, Bachmann, Bergmann, Kögler, Winter-Rust, Ausst.-Kat. Berlin [West] 1957, o. S.). Die stark farbigen Gemälde Arnos sind aber, zumindest was ihre einzelnen Formen betrifft, bewusst unklar gehalten. „Auf orangefarbigem Grund“ stoßen, durch eine vertikale Linie getrennt, zwei Bildebenen hart aneinander. Wie bei einem surrealistischen „cadavre exquis“ werden die am Trennstrich ankommenden Linien auf der Gegenseite zwar weitergeführt, jedoch mit anderem Duktus und unterschiedlicher Farbgebung. Während im unteren Drittel des Bildes ein undurchdringlich vielgestaltiges Gewimmel von Körpern herrscht, heben sich darüber in einer Art Kopfzone konkave und konvexe Formen vom helleren Farbgrund ab. Ganz oben erscheint in einem dunkelroten Streifen ein querliegendes Oval, das an ein Abteilfenster damaliger Eisenbahnwaggons denken lässt. Eine ähnlich rätselhafte Kombination von organisch Abstrahiertem in Kontrast zu geometrischen Formen auf klarer Flächengliederung mit starker Betonung der Vertikalen findet sich in dem Gemälde „Der Inquisitor: um 7 h 07 wird das Urteil vollstreckt sein“ von Max Ernst (1926; Max Ernst. Œuvre-Katalog, bearb. v. Werner Spies, Köln 1976, WVZ-Nr. 966. Dessen surreale Bildwelten übten Mitte der 1950er-Jahre eine große Faszination auf Arno aus. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz