Amor und Psyche
Ident. Nr.: SKG 15/71
ObjID: obj:966988
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1854-1857 (Marmor 1857)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Amor und PsycheÜbersetzung: Amor and Psyche
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Marmor
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 97 x 124 x 78 cm (mit Plinthe)Höhe: 97 cmBreite: 124 cmTiefe: 78 cmGewicht: 350 kg (geschätzt)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966988
Objektbeschreibung
Die
Liebesgeschichte von Amor und Psyche, die durch das Märchen des antiken
Dichters Apuleius überliefert und als Sinnbild gefährdeter und sich doch
erfüllender Liebe von zeitloser Gültigkeit ist, inspirierte die Künstler zu
immer neuen Bildfindungen: Psyche, die allnächtlich von ihrem Liebhaber Amor
besucht wird, der jedoch seine Gestalt und seinen Namen nicht preisgibt,
erliegt ihrer Neugier und nähert sich dem schlafenden Liebesgott Amor, um ihn
mit Hilfe eines Öllämpchens zu betrachten. Durch eine Unachtsamkeit, die ihr im
scheuen Eifer unterläuft, fällt ein Tropfen heißen Öls auf ihn, woraufhin er,
jäh aufgeschreckt, entflieht. Dieser Teil der Geschichte verschlüsselt
symbolisch die ewig gleiche Gefahr, die darin liegt, dass Liebende einander gar
zu genau erkennen und begreifen wollen, die Gefahr der unwiderruflichen
Entzauberung des anderen. Erst nachdem Psyche mehrere Proben bestanden hat und
die Götter einwilligen, darf sie ihren Geliebten im Götterhimmel doch heiraten.
Die geläuterte Liebe ist über die Stufe neugierigen Erkenntnishungers hinaus
und mündet im dauernden Glück. Den Weg der Psyche in den Götterhimmel stellte
Begas später mit Merkur und Psyche dar. Begas, der sich bald vom Klassizismus
seines Lehrers Rauch löste und die Berliner Bildhauerschule – wie die
Kritik spöttelte – »rauchfrei« machte, wählte für seine erste große
eigenständige Marmorskulptur den dramatischen Höhepunkt der Liebesgeschichte,
nämlich jenen Moment, da sich Psyche über den ruhenden Geliebten beugt. Die
Komposition ist noch ganz in der Tradition klassizistischer Skulptur in sich
geschlossen und durch ein breit gelagertes Dreieck, dessen oberste Spitze durch
den Kopf der Psyche markiert wird, eingefasst, und sie baut sich über dem
harmonischen Oval der Plinthe auf – auch dies in klassizistischer
Tradition. Die Behandlung der Oberfläche wie der Einzelformen zeigt aber schon
Begas’ Abkehr von der Strenge des Details und der Linien und seine Hinführung
zu einer weichen, malerischen Modellierung, wie sie bald für den Neubarock charakteristisch
wurde. Das Modell war 1854 erstmals ausgestellt, den Marmor führte Begas auf
Bestellung des Kölner Kommerzienrats von Oppenheim in Rom in der Werkstatt Emil
Wolffs aus. | Bernhard Maaz
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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Alte Nationalgalerie
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