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Bäuerliches Badehaus

Ident. Nr.: A III 270

ObjID: obj:967026

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bäuerliches Badehaus
Übersetzung: Peasant Banya
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Jan Vogeler, Moskau,
1942 - Ende 1952
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 40 x 51 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

1923 reiste Vogeler das erste Mal in die Sowjetunion, wo er auf Empfehlung des Vaters seiner neuen Partnerin, Sonja Marchlewska, im Wintersemester 1923/24 die Leitung der Kunstabteilung der Moskauer „Kommunistischen Universität der Nationalen Minderheiten des Westens“ übernahm. Im Rahmen seiner dortigen Tätigkeit bereiste er mit seinen Studenten die verschiedenen universitätseigenen Güter, um den Bauern auf dem Land die kommunistische Lehre näherzubringen. Bei diesen Aufenthalten entstanden zahlreiche Landschaftsbilder. Manche ihrer Motive integrierte Vogeler in abgewandelter Form in seine sogenannten Komplexbilder, die er ebenfalls ab dieser Zeit malte. Werke von bäuerlichen Badehäusern, den Banjas, schuf Vogeler, als er im Frühsommer 1924 am Seengebiet auf den nördlich von Moskau gelegenen Waldaihöhen weilte. Nahezu impressionistisch stellte er die Banja als sonnenbeschienene, strohgedeckte Blockhütte am Ufer eines Sees dar. Erst im Komplexbild „Kulturarbeit der Studenten im Sommer“ (A III 271), in das er das Motiv der Badehäuser wenig später einbezog, erhielt es auch eine politische Konnotation. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp