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Komposition mit Blau, Schwarz, Gelb und Rot

Ident. Nr.: B 597

ObjID: obj:967027

1963 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Piet Mondrian (1872 - 1944),
Künstler*in
Datierung
1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Komposition mit Blau, Schwarz, Gelb und Rot
Übersetzung: Composition with Blue, Black, Yellow, and Red
Geografische Bezüge
Provenienz
Kauf: Marie Tak van Poortvliet, Den Haag und Domburg/Niederlande,
1922 - max. 1936
Salomon B. Slijper, Blaricum,
392531
Harold Diamond, New York,
um 1958 - 1962
Galerie Beyeler, Basel,
1962–1963
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1963–1968
Material / Technik
Gouache auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 41 x 49 cm
Erwerbung
1963 Ankauf von der Galerie Beyeler, Basel, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Im Februar 1919 kehrte Mondrian in sein Pariser Atelier zurück, nachdem er den Ersten Weltkrieg in den neutralen Niederlanden hatte abwarten müssen. Am 4. Dezember des Jahres berichtete er seinem Kollegen Theo van Doesburg in einem Brief begeistert von seinen malerischen Fortschritten: „Ich habe nun etwas geschaffen, dass mir besser gefällt als alles zuvor“ (zit. nach WVZ Joosten 1998, S. 276). Gemeint sind damit sieben Gemälde, deren ungegenständlichen Kompositionen keine figürlichen Motive mehr zugrunde liegen. Unter anderem von den Ideen des Mathematikers und Theosophen Mathieu Schoenmaekers beeinflusst, ging es Mondrian nun um das formale Austarieren orthogonal aufgebauter schwarzer Linien und farbiger Flächen. Im Laufe des Jahres 1920 gewannen die Linien an Stärke und die Palette der Farbflächen reduzierte sich weitgehend auf Weiß, Schwarz, Grau sowie die Primärfarben Gelb, Rot und Blau. Die Weißtöne stufte der Maler in der weiteren Entwicklung subtil ab und verzichtete häufig auf Grautöne – „Komposition mit Blau, Schwarz, Gelb und Rot“ steht hierfür als frühes Zeugnis. Gleichwohl ist das Werk eine Ausnahme in Mondrians Œuvre, denn es handelt sich nicht um ein Ölbild, sondern um eine Gouache. Sie entstand im Auftrag der Niederländerin Marie Tak van Poortvliet, die eine Mappe mit Zeichnungen und Gouachen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler vervollständigen wollte. Mondrian sah darin zwar eine etwas „komische Wertschätzung“ (zit. nach WVZ Joosten 1998, S. 300) seiner Arbeit, kam der Anfrage für 400 Francs aber dennoch nach. ǀ Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz