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Duo-Collage

Ident. Nr.: B 1101

ObjID: obj:967094

1978 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Arp (1886 - 1966),
Künstler*in
Sophie Taeuber-Arp (1889 - 1943),
Künstler*in
Datierung
1918
Weitere Titel
Sammlungstitel: Duo-Collage
Klebebild
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1957
Kauf: Collection Mr. and Mrs. Burton G. Tremaine, Meriden/Connecticut,
1957
Kauf: Privatsammlung New York,
1973
Kauf: Galerie m, Bochum,
1978
Abmessungen
Höhe x Breite: 82 x 62 cm
Erwerbung
1978 Ankauf von der Galerie m, Bochum, aus Sondermitteln der Deutschen Klassenlotterie

Objektbeschreibung

Immer wieder schufen Arp und Taeuber, die 1922 heirateten, Gemeinschaftsarbeiten. Beide hatten sich 1915 in Zürich kennengelernt, wo sie wenig später in der Dada-Bewegung aktiv wurden. Während Arp dort als Dichter und Maler reüssierte, trat Taeuber als Tänzerin in Erscheinung. Zeitgleich leitete sie die Textilklasse an der Kunstgewerbeschule in Zürich. Taeubers künstlerisches Werk bewegt sich gerade zu Beginn ihrer Karriere zwischen Kunstgewerbe und freier Kunst. Es zeichnet sich durch einen klaren, abstrakt-geometrischen Stil aus, der Arp sogleich begeisterte. In enger Zusammenarbeit entstanden zwischen 1916 und 1919 abstrakt-symmetrische Collagen und Textilentwürfe, darunter die „Duo-Collage“. Die relativ große Arbeit, eine von insgesamt vier aus dieser Zeit, setzt sich aus streng geometrisch arrangierten Rechtecken aus Papier und Folie zusammen. Zum Herstellen der Formen bedienten sich die Künstler einer Papierschneidemaschine, um ihre Werke so von allem Persönlichen zu befreien. Rückblickend resümierte Arp: „Einzeln und gemeinsam stickten, woben, malten, klebten wir geometrische, statische Bilder. Unpersönliche strenge Bauten aus Flächen und Farben entstanden […]. Wir versuchten uns demütig der ‚reinen Wirklichkeit‘ zu nähern“ (Hans Arp, Miszellen, in: ders., Unsern täglichen Traum, Zürich 1955, S. 73 f.). Während Arp sich bald darauf endgültig von dieser streng geometrischen Formensprache verabschiedete und zu einem organischen Stil fand, blieb Taeuber dem geometrisch-abstrakten Formenspiel von Rechteck, Kreis, Linie und Fläche zeit ihres Lebens weitgehend treu. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz