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Kopf Gärtnerin

Ident. Nr.: B 98/64

ObjID: obj:967127

1964 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Heiliger (1915 - 1995),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1943
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf Gärtnerin
Übersetzung: Head of a Gardener
Provenienz
im Besitz der Familie Linde,
1964
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1964–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 44,7 x 19 x 27 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1964 Ankauf von der Familie Linde durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Den Mund dieses weiblichen Kopfes umspielt ein leichtes Lächeln, die Augen scheinen beinahe geschlossen zu sein. Dicht und glatt liegen die Haare am Kopf an, als seien sie von einem Tuch bedeckt. Sie sind im Nacken zu einem einfachen Knoten gebunden, vielleicht damit sie bei der Arbeit nicht ins Gesicht fallen. Denn es handelt sich hier um die Darstellung der Gärtnerin von Heiligers Schwiegereltern, die seit 1938 bei ihnen tätig war. Ab diesem Jahr war der Bildhauer auch Schüler von Arno Breker an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Nach seiner Einberufung an die Ostfront 1941 wurde er auf Initiative Brekers vom Wehrdienst freigestellt. Obwohl im Jahr 1943 kriegsbedingt Gussverbot herrschte und Skulpturen aus Buntmetall sogar eingeschmolzen wurden, befand sich Heiliger als nunmehriger Meisterschüler Brekers an der Hochschule der bildenden Künste in einer Ausnahmesituation. Denn Breker war es als „Staatsbildhauer“ der Nationalsozialisten erlaubt, Bronzen herzustellen. So konnte Heiliger weiterarbeiten und unter anderem auch dieses Bildnis herstellen. Seinen engen Kontakt zu Breker versuchte er im Nachhinein allerdings zu verschweigen, was auch der Grund dafür sein könnte, dass er die Entstehung der „Gärtnerin“ später auf das Jahr 1946 datierte. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans