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Shetlandpony

Ident. Nr.: B III 55

ObjID: obj:967130

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Drake (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1934/1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Shetlandpony
Übersetzung: Shetland Pony
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 16 x 26 x 8,8 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1968 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Ministeriums für Kultur der DDR

Objektbeschreibung

Nicht zuletzt infolge ständiger Geldnot und wegen fehlender Aufträge in den 1930er-Jahren beschränkte sich Drake auf die Tierplastik, denn die lebenden Modelle dafür kosteten nichts. Wie in seinen Menschenbildnissen (vgl. „Junge“, B I 702) ging es ihm auch in seinen Tierskulpturen darum, die äußere Erscheinung und zugleich die Wesensart herauszuarbeiten. Drakes feiner Humor zeigt sich in der vorliegenden Kleinbronze. Vier weitere Exemplare befinden sich in Privatbesitz und im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Das liebenswerte Shetlandpony wirkt mit seinem zur Erde gerichteten Blick ergeben und schwermütig: „Man hat das Gefühl, als stünde es mit seiner verhangenen Duldermiene schon stundenlang an einem Fleck“ (Hans Liebau, Heinrich Drake. Leben und Werk, Dresden 1973, S. 43). Um den zierlichen Kopf fällt beidseitig die wild zerzauste Mähne, lässt nur die kleinen, aufmerksam nach vorn gerichteten Ohren frei. Der kräftige, fast bis zur Erde reichende Schweif bildet das Gegengewicht zur Mähne. Die kurzen, stämmigen Beine unter dem prallen Leib zeigen nur eine sachte Bewegung durch den angehobenen linken Hinterhuf. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz