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Komposition: Die Taube

Ident. Nr.: A II 800

ObjID: obj:967148

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gino Severini (1883 - 1966),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: um 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Komposition: Die Taube
Originaltitel: Composizione: Ruderi e statua
Übersetzung: Composition: The Dove
Material / Technik
Tempera auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 60,5 cm
Erwerbung
1932 Ankauf zusammen mit anderen Werken im Tausch gegen ein Michetti Gemälde

Objektbeschreibung

Ab 1909 war der Italiener Severini eines der führenden Mitglieder der Futuristen gewesen. Von deren Formensprache ist diese „Komposition“ jedoch weit entfernt. Vielmehr steht das Bild für die Rückbesinnung auf das klassische Erbe und die „Rückkehr zur Ordnung“ der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, die auch Severinis 1921 in Paris veröffentlichtes Buch „Du cubisme au classicisme“ verdeutlicht: eine Verbindung zwischen der Moderne und dem klassischen Erbe. Anfang der 1930er-Jahre schuf Severini mehrere Gemälde, die in Komposition und Motivwahl ähnlich sind und diese Beziehung zwischen Kubismus und Klassizismus auf den Punkt bringen (WVZ Fonti 1988, 507–524). Zeigen die ersten acht jener Bilder im Hintergrund noch erkennbare Stadtansichten, tritt in weiteren zehn eine Fantasielandschaft an deren Stelle – so auch im Werk der Nationalgalerie. Im Vordergrund hat Severini ein kubistisch anmutendes Stillleben aus Gefäßen, einem Saiteninstrument, Trauben, beschriebenen Blättern und einer Taube arrangiert. Nach links und rechts ist eine Art dichte Wolkendecke wie ein Vorhang zur Seite gezogen, um den blauen Himmel freizugeben. Davor stehen antik aussehende Architekturfragmente: ein blockhaftes Tor, eine klassizistische Ruine mit Säulen und dahinter eine graue Fläche mit der Zeichnung eines antik wirkenden Frauenaktes, alles in ganz unterschiedlichen Maßstäben und Dimensionen. Vorder- und Hintergrund haben keinen räumlichen, sondern einen gedanklichen Bezug zueinander. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Ohne Titel 1-6 (Die Apokalypse)

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp