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Tanzpause

Ident. Nr.: B I 719

ObjID: obj:967184

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arnold (1909 - 1979),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tanzpause
Übersetzung: A Break from Dancing
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36,5 x 20,5 x 15,5 cm
Erwerbung
1960 Ankauf vom Künstler, Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Arnold schloss 1928 seine künstlerische Ausbildung ab und arbeitete zunächst im Stil des Expressionismus. Mit seinem Beitritt zur SED und seiner Berufung an die Staatliche Akademie für Grafik und Buchkunst Leipzig im Jahr 1946, wo er die Fächer figürliches Zeichnen und Anatomie lehrte, änderte sich jedoch sein Stil. Außerdem wandte sich Arnold von seinem bevorzugten Material Holz ab und experimentierte vermehrt mit Brennton, den er bis dahin hauptsächlich für plastische Vorarbeiten genutzt hatte. Damit war der Übergang zu den Bronzeplastiken geschaffen. Der „Tanzpause“ geht eine Terrakotta aus demselben Jahr voraus. Sie zeigt eine Tänzerin, die sich mit verschränkten Armen auf einem Sockel niedergelassen hat. Ihre Beine sind dabei in voller Anspannung – das rechte Bein streckt sie wie in einem Tanzschritt von sich, das linke Bein steht angewinkelt am Sockel, wobei der Fuß nur mit der Spitze den Boden berührt. Ihre Beinhaltung wirkt fast antagonistisch zur lockeren Haltung des Oberkörpers und setzt einen Bewegungsakzent. Mit dieser Form der Abbildung von Wirklichkeit näherte sich Arnold bereits den Idealen des Sozialistischen Realismus an. „Tanzpause“ wurde 1976 mit einer Briefmarke gewürdigt. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz