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Zitate III

Ident. Nr.: NG 37/84

ObjID: obj:967188

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Imre Bak (1939 - 2022),
Künstler*in
Datierung
1983
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zitate III
Originaltitel: Idézetek
Übersetzung: Citations III
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 140 x 250 cm
Erwerbung
1984 Ankauf vom Künstler, Budapest

Objektbeschreibung

In den 1980er-Jahren entwickelte Bak ein emblematisches, abstraktes Bildvokabular, das er durch die Aufnahme unterschiedlicher Motive aus bildender Kunst, Architektur und Design sowie archaischer Zeichen und Symbole systematisch zusammensetzte. Den jeweiligen Bildraum der als „Zitate“ betitelten Gemälde bestimmen quadratische, rechteckige und kreisförmige Streifenstrukturen, welche die Illusion räumlicher Tiefe erzeugen, sowie verschiedene Kreuzformationen. Diese klaren Geometrien begegnen organischen Linien und geschwungenen Zackenformen. Die disparaten Zeichen schweben vor größeren, scharf konturierten Farbflächen, die entweder monochrom gehalten oder aber mit Rastern, Punkten oder Dreiecken durchzogen sind. In diesem synkretistischen Gemisch aus Formen und Motiven scheinen sowohl die geometrisch-technischen Gestaltungsprinzipen des Konstruktivismus auf als auch die ornamentalen Muster des Jugendstils oder stilisierte Pflanzenmotive, wie sie sich in der ungarischen Volkskunst finden. Während Bak in vorausgehenden Werkphasen kräftigere Farben bevorzugte, wählte er nun zarte Pastelltöne und setzte kleinere Akzente in Gold und Silber, wodurch die dekorative Wirkung der Bilder gesteigert wird. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz