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Bekleidete Pomona

Ident. Nr.: B 57

ObjID: obj:967239

1951 erworben durch das Land Berlin

Details (Expert)

Beteiligte
Aristide Maillol (1861 - 1944),
Bildhauer*in
Datierung
1921-1927
Provenienz
Paris,
1938
deutscher/westdeutscher Privatbesitz,
1938–1951
Kunstkabinett Asta von Friedrichs, Berlin,
1951
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin,
1951–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 88 x 28 x 21 cm (mit Plinthe)
Erwerbung
1951 Ankauf vom Kunstkabinett Asta von Friedrichs, Berlin (West), durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Zu Maillols Meisterwerken zählt die lebensgroße „Pomone“ von 1908 bis 1910 (das erste Exemplar im Puschkin-Museum, Moskau). Der Bildhauer griff die Komposition später mehrfach auf. Für ein Kriegerdenkmal in Elne nahe seinem Heimatort Banyuls-sur-Mer schuf er 1922 eine bekleidete Version in Stein, die ein Schriftband in den Händen hält. 1921 war dafür ein halblebensgroßes Modell entstanden, das die vorliegende Bronze wiedergibt. Allerdings hält die Statuette die Äpfel der ursprünglichen „Pomone“ in den Händen. 1927 wurden in der Pariser Gießerei Claude Valsuani zehn Bronzen im Wachsausschmelzverfahren für eine Edition der New Yorker Galerie Weyhe bestellt. Einige Exemplare dieser originalen Auflage sind heute nachweisbar (z. B. im Stedelijk Museum Amsterdam). Die Figur der Nationalgalerie jedoch ist ein Sandguss, dem auch die Kennzeichnungen der Exemplare aus Maillols Lebenszeit fehlen. 1951 wurde das vorliegende Stück für die West-Berliner „Galerie des 20. Jahrhunderts“ aus einer Berliner Kunsthandlung erworben. Von der Figur scheint es mehrere unautorisierte Exemplare zu geben, zum Beispiel jenes in der Kunsthalle Zürich: ebenfalls ein Sandguss, entstanden als Surmoulage einer Wachsausschmelzung. Dies könnte auch auf die Berliner Bronze zutreffen. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Hans Rosenhagen

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Das Jahr 1899 war für den Maler Lovis Corinth von entscheidender Bedeutung. Die Jury der Münchner Secession, der er seit ihrer Gründung 1892 angehörte, wies sein Bild »Salome mit dem Haupte des Johannes« (Harvard University, Cambridge, Massachusetts) von ihrer Ausstellung zurück. Walter Leistikow jedoch, der gerade in München für die neugegründete Berliner Secession warb, war von dem Bilde begeistert und erbat es für die nächste Ausstellung dort. Corinths Übersiedelung nach Berlin war angebahnt.Das Jahresende 1899 verbrachte Corinth in Berlin. Er arbeitete in Leistikows Atelier in der Körnerstraße 26 an verschiedenen Porträts. Leistikow auch stellte den Kontakt zur Berliner Gesellschaft her. Am 28. Dezember berichtete Corinth nach München: »Durch die Salons schwimme ich wie ein Hecht, als wenn ich mich nie in anderen Kreisen bewegt hätte. Meine Erfolge hier habe ich Leistikow zu danken, bei dem ich auch viel bin« (L. Corinth, Eine Dokumentation, Tübingen 1979, S. 58). Über Leistikow lernte Corinth den Berliner Kunstkritiker Hans Rosenhagen und dessen Mutter kennen. Rosenhagen war nicht nur Herausgeber der Zeitschrift »Das Atelier«, er schrieb Artikel zur Berliner Kunst für die Zeitschrift »Die Kunst für Alle«, später auch Rezensionen über die Ausstellungen der Berliner Secession und der Galerie Cassirer. Corinth malte Hans Rosenhagen (1858–1943) am 25. Dezember in dessen Berliner Wohnung (Nationalgalerie Berlin, Inv.-Nr. A II 994). Mit merklich größerer malerischer Freiheit und Freude hatte er zuvor schon, im November, das Bildnis der Mutter gemalt (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 532). Er hatte sie darum gebeten, wie überliefert ist, für dieses Bildnis ihr rot changierendes Kleid anzuziehen. Der warme Farbklang des Kleides wiederholt sich im Bild bei Tisch und Stuhl und dem Sofakissen und betont die Blässe des Gesichts. Dessen Tonigkeit variiert Corinth in der Decke und der hellen Gardine. Mutter Rosenhagen aber war mehr als ein Modell, wie wir aus einem Brief von Hans Rosenhagen an Charlotte Corinth von 1931 erfahren: Corinth »widmete ihr sogleich eine besondere Zuneigung, die aufrichtig erwidert wurde. Sah meine Mutter doch – sie stammte aus Westpreußen – in Corinth so etwas wie einen halben Landsmann« (Ch. Berend-Corinth, Lovis Corinth, München 1992, S. 219). | Angelika Wesenberg