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Pflanzen brechen aus der Erde

Ident. Nr.: A III 140

ObjID: obj:967250

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Max Kühn (1888 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pflanzen brechen aus der Erde
Übersetzung: Plants Breaking through the Earth
Material / Technik
Öl und Tempera auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 28,5 x 29,5 cm
Erwerbung
1929 Ankauf durch den Oberpräsidenten in Stettin für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Nach einem dreijährigen Studium an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums kehrte Kühn 1914 in seine Heimatstadt Stettin zurück, in der er den Großteil seines Lebens verbrachte. Bereits ab 1912 hatte er regelmäßig beim Pommerschen Verein für Kunst und Kunstgewerbe ausgestellt und war zu einer beachtlichen Lokalgröße avanciert. So war er auf der Ausstellung des Vereins 1922 mit fast vierzig Werken äußerst prominent vertreten. Kühn trat auch als Illustrator hervor, sein Hauptinteresse aber galt der postimpressionistischen Landschaftsmalerei. Vor diesem Hintergrund überrascht das vorliegende Bild mit seinen nahezu surrealen Anklängen, finden sich hier doch thematisch wie stilistisch Anleihen bei den Frottagen Max Ernsts. Das Studium der Natur, die Reihung der verschiedenen Keimstadien und die vielfache Vergrößerung der zarten Pflanzentriebe lassen aber auch an die Fotografien Karl Blossfeldts denken, dessen Buch „Urformen der Kunst“ ebenfalls 1928 erschien. Möglicherweise war Kühns Tafel eine unmittelbare Reaktion darauf. Blossfeldt unterrichtete seit 1899 am Berliner Kunstgewerbemuseum das Fach „Modellieren nach lebenden Pflanzen“. Wenngleich sich ein Studium Kühns bei ihm nicht nachweisen lässt, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass der Maler Kenntnis von Blossfeldts Lehrmethoden und -inhalten hatte. Anders als Blossfeldts Aufnahmen, die dieser als Inventar und reines Anschauungsmaterial verstand, ist die Bildsprache Kühns – neue Sprösslinge überschneiden die Skelettstruktur der verwelkten Blätter, der Bildhintergrund evoziert in seiner Farbigkeit einen Sonnenaufgang – durchaus allegorisch aufgeladen. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz