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Dorftanz (Dangast)

Ident. Nr.: NG 31/61

ObjID: obj:967271

1961 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Heckel (1883 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1908
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dorftanz (Dangast)
Übersetzung: Village Dance (Dangast)
Provenienz
Günther Franke, München,
389548
Kauf: Sammlung Mr. and Mrs. Sam J. Levin, St. Louis, USA,
1957
Moderne Galerie Otto Stangl, München,
1961
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 67 x 74 cm
Erwerbung
1961 Ankauf durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie

Objektbeschreibung

Von 1907 bis 1910 hielt sich Heckel jeweils im Sommer und Herbst einige Wochen im Nordseebad Dangast nahe Oldenburg auf. Gemeinsam mit seinem Brücke-Kollegen Karl Schmidt-Rottluff suchte er nach künstlerisch unverbrauchten Motiven in der Landschaft sowie aus dem Leben der dörflichen Bevölkerung und der Fischer. Die Dangast-Aufenthalte entsprachen der Sehnsucht beider Künstler nach Ursprünglichkeit und einem unverbildeten, einfachen Leben. So reizte Heckel auch der Tanzabend im Saal des Dorfgasthofes, um die Vergnügungen der lokalen Einwohner darzustellen. Die in die Bildtiefe hineinschwingende Diagonale der aufgereiht sitzenden Frauen und der nach rechts offene Raum erzeugen eine lebendige Dynamik. Zudem leuchten die Farben besonders intensiv. Heckel verwendete nicht mehr den kleinteiligen Pinselstrich der Jahre 1905 bis 1907 (vgl. „Frauenbildnis“, B 812), sondern trug die mit Benzin verdünnte Farbe in groß zusammengefassten Flächen auf, was ihre Leuchtkraft enorm steigert. Auch sind die akademischen Regeln der Perspektive zugunsten einer besseren Sichtbarkeit der Farbflächen aufgegeben. Der klare Akkord der Grundfarben wird durch Linien und markante Formen in Schwarz gegliedert. Heckel hatte zu einem neuen, eigenständigen Stil des Brücke-Expressionismus gefunden. | Janina Dahlmanns

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz