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Punch

Ident. Nr.: B 1038

ObjID: obj:967344

1970 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Luginbühl (1929 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1966
Material / Technik
Eisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 175 x 320 x 105 cm
Erwerbung
1970 Ankauf vom Künstler, Mötschwil, Schweiz, durch das Land Berlin (West)

Objektbeschreibung

Die Skulptur „Punch“ zählt zu den bedeutendsten monumentalen Plastiken des Schweizer Bildhauers. Der Autodidakt entwickelte eine eigenwillige Formensprache aus Schrott- und Metallteilen. Der Titel lässt den subtilen Humor erkennen, der in Luginbühls Arbeiten immer wieder durchscheint. Er spielt auf die Dynamik eines kraftvollen Faustschlags an, unterstrichen durch Form und Materialität der Skulptur, die an einen Schlaghammer erinnern. Die Figur wirkt energiegeladen, als würde sie durch die große Flügelmutter angetrieben, deren funktionales Design auf kraftvolle Weise mit den wuchtigen, unregelmäßigen Elementen interagiert. Seit 1970 steht „Punch“ im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie und gilt als eines der repräsentativsten Beispiele für Luginbühls Arbeit mit industriellen Materialien. Die ursprüngliche Funktion der Metallfundstücke ist einer kraftvollen, poetischen Ausdrucksform gewichen. Sichtbare Schweiß- und Nietverbindungen sowie grob behauene Formen verstärken den Eindruck dynamischer Energie. Die Veränderungen durch Witterungseinflüsse sind ein wichtiger Bestandteil der ästhetischen Aussage der Außenskulptur. Die Rost-Patina verleiht „Punch“ einen lebendigen, wandelbaren Charakter und betont das Wechselspiel von Beständigkeit und Vergänglichkeit, das Luginbühls Werke prägt. | Sofía Pérez Knapheide

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz