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Porträt Otto Suhr

Ident. Nr.: B 1026

ObjID: obj:967396

1959 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1958
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Otto Suhr
Übersetzung: Portrait of Otto Suhr
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38,5 x 24,5 x 28,5 cm
Erwerbung
1959 Überweisung durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Im Andenken an den Publizisten und SPD-Politiker Otto (Ernst Heinrich Hermann) Suhr (1898–1957) gab der Senat von Berlin vermutlich posthum ein Bildnis von ihm bei Sintenis in Auftrag. Suhr war in verschiedenen Ämtern politisch aktiv gewesen und hatte ab 1952 als Honorarprofessor für Theorie der Politik an der Freien Universität Berlin gelehrt. Ab Januar 1955 bis zu seinem Tod 1957 war Suhr Regierender Bürgermeister von Berlin. Das 38,5 Zentimeter hohe bronzene Porträt gibt in breiten, groben Strichen die Gesichtszüge Suhrs wieder und zeigt ihn mit starrem, aber bestimmtem Blick. Hannah Kiel schrieb 1956 über Sintenis’ Porträts: „Manchmal sind die Augen da, ganze Augäpfel mit Pupillenloch und eingegrabener Iris, […] manchmal nur zusammengekniffene Lider, aus deren Tiefe ein scharfer Blick mit Strenge hervorbricht. […] Einmal ist die Haut zart, weich oder willensfest über die Knochen gestrafft oder von Gedanken zerfurcht […]. Und doch haben sie alle etwas Gemeinsames, eine Verwandtschaft im Stil, eine von der nämlichen schaffenden Hand erarbeiteten Form.“ (Hanna Kiel, Renée Sintenis, Berlin 1956, S. 78f.) Ein weiteres Exemplar des Porträts ist Teil der Büstengalerie des Berliner Abgeordnetenhauses im ehemaligen Gebäude des Preußischen Landtags. Ein drittes befindet sich im Otto-Suhr-Institut der Freien Universität zu Berlin. | Sophie Etinosa Agho

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz