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Mädchenkopf

Ident. Nr.: B I 590

ObjID: obj:967408

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hilde Plate (1903 - 1950),
Künstler*in
Datierung
um 1934
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchenkopf
Übersetzung: Head of a Girl
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1936
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 11,5 x 13,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1936 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Unauffällig, demütig, still, intim, zierlich, grazil, reizend, frauenhaft, beseelt – das sind die Adjektive, mit der die zeitgenössische Kritik das Gesamtwerk Plates als „typisch weiblich“ charakterisierte. Vor allem die bronzenen Köpfe sind aber durch eine starke Innerlichkeit und Poesie gekennzeichnet und damit „Zeugen der freien menschlichen Geste gegenüber einer so leichten wandelbaren Welt“ geworden (Tina Wobbe, Hilde Plate – eine junge Bildhauerin, in: Der Querschnitt, 16. Jg. [1936], H. 5., S. 295 f.). Zu ihnen gehört der „Mädchenkopf“, der für etwa ein Jahr als Leihgabe im Kronprinzen-Palais ausgestellt war, ehe ihn die Nationalgalerie 1936 von der Bildhauerin ankaufte. Plate, an der Kunstgewerbeschule und Akademie in Kassel ausgebildet, studierte zeitweilig in Paris, anschließend ließ sie sich in Berlin nieder. Sie war Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und nutzte zum Entstehungszeitpunkt des Bronzekopfes das Atelier mit der Nummer 4 in der Ateliergemeinschaft Klosterstraße. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz