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Sterbende Pflanze

Ident. Nr.: A IV 419

ObjID: obj:967452

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1944
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sterbende Pflanze
Übersetzung: Dying Plant
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 30,5 x 25,5 cm
Erwerbung
1981 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR.

Objektbeschreibung

In seinen Bildern konzentrierte sich Niemeyer-Holstein auf rein malerische Fragen. Nur selten und auch nur indirekt lässt sich, wie in diesem kleinen Stillleben, ein Bezug zum Zeitgeschehen oder zur persönlichen Situation des Malers herstellen. Bereits im Jahr der nationalsozialistischen Machtübernahme hatte sich der Künstler auf die Ostseeinsel Usedom zurückgezogen. 1943, während des Zweiten Weltkriegs, wurde er als Eisenbahnschaffner in Trassenheide, im Norden der Insel, dienstverpflichtet. Ein Jahr später starb sein Sohn Peter als Marine-Fernaufklärer über dem Skagerrak. Ob sich die (wie ein Mensch) „Sterbende Pflanze“ konkret auf den Tod des Sohnes bezieht oder im weiteren Sinne auf die Geschehnisse des letzten Kriegsjahres, bleibt offen. Doch verleiht der Titel der Darstellung dieses noch blühenden und zugleich welkenden Gewächses eine inhaltliche Bedeutung, die über eine Dimension des rein Pflanzlichen hinausgeht. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz